Zahnarztbesuch mit Kindern: Überrumpeln ist die falsche Taktik
Wenig beliebt: Zahnärztinnenbesuch bei Kindern.
Wer Kinder hat, weiß: Der regelmäßige Besuch bei der Zahnärztin rangiert auf der Skala der beliebten Aktivitäten im Minusbereich. Aber es hilft nicht, auch die jungen Beißerchen gehören untersucht, bearbeitet und professionell gereinigt.
Manche können mit (Angst-)Kindern besser umgehen als andere. Da gibt es zum einen die Kategorie „Alte Schule“: Mach’ nur kurz den Mund auf, ich tu’ ganz sicher nichts. Zack, drei Sekunden später ist der Zahn draußen – und das Vertrauen in die Verlässlichkeit ärztlicher Zusagen weg. Es mag beizeiten der einfachere Weg sein. Besser ist sicher ein anderer.
Mühsamer, aber wesentlich weiser ist jener Zugang, den mittlerweile die meisten Zahnärztinnen und -ärzte wählen: Reden, erklären, die Angst nehmen, Gerätschaften zeigen und konkret sagen, was passieren wird.
Verspielt & fantasievoll
Das darf ruhig verspielt und fantasievoll sein. Bei unserer Zahnärztin gibt es keine Betäubungsspritze, sondern „Zauberkugeln“. Das ist ein spezielles Instrumentarium, das die Flüssigkeit mit ganz feinen Nadeln ins Zahnfleisch befördert – beinahe schmerzfrei. Wer mag, darf den Spiegel kurz selbst halten und fühlen, wie der Bohrer vibriert. Dazwischen gibt es Schmäh, Ablenkung und gute Laune. Und plötzlich ist alles halb so schlimm.
Die Überrumpelungstaktik mag kurzfristig effizient sein, langfristig ist sie ein Vertrauensbruch und bewirkt, dass die Angst vorm nächsten Besuch nur noch größer wird. Ehrlichkeit ist manchmal unbequem (egal, worum es geht), aber sie bringt Klarheit – auch dann, wenn es wieder heißt: Mund weit aufmachen, bitte!
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