Ein Kaffeehaus ist nicht ungesund!

Der Chef hatte schon befürchtet, dass er das Café zusperren muss - was für ein Irrtum.
Wolfgang Kralicek

Wolfgang Kralicek

Großes Hallo im Café: Der Chef ist zurück von seiner Kur. Dass er abgenommen hat, sieht man zwar mit freiem Auge nicht, aber er freut sich trotzdem über Komplimente, sie müssen nicht einmal ehrlich sein. Auf der Kur hat er den dazu passenden Spruch gelernt: "So gelogen kann’s gar nicht sein, dass es nicht runtergeht wie Butter."

Jedenfalls wirkt der Chef vital und optimistisch wie lange nicht mehr. "Anfangs hatte ich schon befürchtet, dass ich das Café zusperren muss: viel zu ungesund", sagt er. "Aber jetzt weiß ich, dass das Unsinn ist. Gesunde Ernährung ist Mischkost, und da ist alles drin: Fleisch, sogar Schokolade – alles nur eine Frage der Menge."

Außerdem wichtig: Jede Mahlzeit sollte alle wichtigen Nährstoffe (Fett, Eiweiß, Kohlenhydrate) enthalten. Für das Café bedeutet das: Eine klassische Kaffeehauskombination wie Schnittlauchbrot und weiches Ei ist nicht ganz falsch. Auch ein Spezialtoast geht als ordentliche Mahlzeit durch (tatsächlich stand Toast auch im Kurhaus auf der Speisekarte), allerdings nur, wenn man einen Salat dazu bestellt. Man sollte, auch das hat der Chef gelernt, überhaupt viel mehr Salat essen. Im Kurhaus konnte man davon nehmen, so viel man wollte. Einschränkungen gab es nur beim Dressing: Pro Portion Salat war nur ein Teelöffel Olivenöl erlaubt.

Lustigerweise hat sich diese Regel nicht im ganzen Kurhaus durchgesetzt: "Einer der Ärzte war Italiener", erzählt der Chef. "Als ich dem von den Olivenölrestriktionen erzählte, hob er zu einer flammenden Verteidigungsrede auf die ‚Königin der Öle‘ an." In Österreich ist das Kürbiskernöl offenbar noch beliebter. Das wird in der Kuranstalt gar nicht mehr angeboten, weil sich dabei wirklich niemand an die Teelöffelregel gehalten hat.

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