Warum wir tun, was wir nicht lassen können

Es gibt zehn gute Gründe, ins Kaffeehaus zu gehen. Mindestens.
Wolfgang Kralicek

Wolfgang Kralicek

Beim Eingang zum Café hängt neuerdings eine Tafel, auf der "Zehn gute Gründe, ins Kaffeehaus zu gehen" aufgelistet sind. Das wäre insofern nicht nötig gewesen, als die Stammgäste natürlich sowieso wissen, warum sie ins Café gehen, aber womöglich liest es ja zufällig auch einmal jemand, der es noch nicht weiß, eine Touristin vielleicht, die sich verlaufen hat, oder gar ein Junger. Und auch den Stammgästen kann es nicht schaden, wenn sie sich wieder einmal vor Augen führen, warum sie tun, was sie nicht lassen können.

Also: Warum gehen wir ins Kaffeehaus?

1. Weil man dort endlich einmal andere Leute sieht als daheim.

2. Weil man mit diesen Leuten reden kann.

3. Weil man mit ihnen aber nicht reden muss.

4. Weil man nicht komisch angeschaut wird, wenn man ein Buch liest (oder ein Buch schreibt).

5. Weil es dort deutlich mehr Tageszeitungen und Magazine gibt als zu Hause.

6. Weil es alle selbstverständlich finden, Printprodukte zu lesen.

7. Weil der Kaffee in der Regel besser ist als zu Hause (außer man betreibt an der heimischen Espressomaschine wirklich viel Aufwand).

8. Weil die Eier im Glas hier tatsächlich immer besser gelingen als daheim.

9. Weil man im Café überhaupt ziemlich gut essen kann, und zwar rund um die Uhr.

10. Weil es aber auch vollkommen in Ordnung ist, wenn man nur einen Kaffee trinkt.

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