Wann ist ein Kaffeehaus zu teuer?
Die Debatte um überteuerte Preise auf Tiroler Berghütten ist mit etwas Verspätung jetzt auch im Café angekommen. Der Wirt Tom Waibel, der in Tannheim (Bezirk Reutte) das Gasthaus Fischerhütte betreibt, hatte manchen Kollegen vorgeworfen, „Abzocke“ zu betreiben und damit die ganze Branche in Verruf zu bringen. Als Beispiele führte er eine Berghütte an, in der das Schmalzbrot 14,50 Euro kostet und das große Bier mehr als sieben Euro.
"Dafür muss man nicht auf einen Tiroler Gipfel hatschen", ätzt Stammgast Karl. "Da genügt es, ins Café Landtmann zu gehen. Das liegt zwar nur auf 185 Meter Seehöhe, aber das Krügel kostet trotzdem 7 Euro 20."
Bald entwickelt sich eine lebhafte Diskussion um die Preisgestaltung im Café. Wann ist ein Kaffeehaus zu teuer? Eine Frage, die nicht objektiv beantwortet werden kann: Was für den einen günstig ist, kann für den anderen trotzdem teuer sein. Es geht um ein Gefühl – und dabei spielt der Kaffeepreis jedenfalls eine wichtigere Rolle als der Bierpreis.
Die Melange-Grenze
Die Stammgäste können sich auf eine Kennzahl einigen, an der sich eine Tendenz ablesen lässt: den Preis der Melange. Liegt er unter fünf Euro, wird das Café als eher günstig wahrgenommen. Liegt er darüber, als eher teuer. Oft geht es dabei nur um ein paar Cent, es ist – wie gesagt – Gefühlssache. Cafetiers müssen sich also gut überlegen, ob es sich für sie wirklich auszahlt, für die Melange 5,10 statt 4,90 Euro zu verlangen.
Das Landtmann spielt übrigens auch da in einer eigenen Liga. Die Melange kostet dort 6,90 Euro.
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