Ein Kaffeehaus ist keine Konditorei
Unlängst verirrte sich eine Touristin ins Café und bestellte Salzburger Nockerl. Klarer Fall von Missverständnis: Erstens sind Salzburger Nockerl grundsätzlich ein Irrtum, und zweitens ergeben sie, wenn überhaupt, nur in Salzburg Sinn. Im Café Kralicek gibt es also natürlich keine Salzburger Nockerl. Buchteln auch nicht, die sind im Hawelka zu Hause.
Überhaupt gibt es nur wenig Süßes, der Chef ist nämlich der Ansicht, dass ein Kaffeehaus keine Konditorei ist. So wie umgekehrt eine Konditorei kein Kaffeehaus ist. (Einzige Ausnahme von dieser Regel ist das Dommayer in Hietzing, das seit vielen Jahren von der Konditorei Oberlaa betrieben wird und seither neben gepflegter Kaffeehauskultur eine exzellent bestückte Mehlspeisenvitrine bietet.)
Das süße Pflichtprogramm
Ein bestimmtes Mindestangebot an Nachspeisen sollte aber auf keiner Kaffeehauskarte fehlen. Apfel- und Topfenstrudel gehören ebenso zum Pflichtprogramm wie Guglhupf und eine Auswahl an Petit Fours. Auch warme Süßspeisen wie Palatschinken und Kaiserschmarren passen ins Kaffeehaus, hier darf auch der Millirahmstrudel nicht vergessen werden.
Bei den Torten sollten Sacher- und Topfentorte stets vorrätig sein. Im Café Kralicek gibt es darüber hinaus auch noch eine Malakoff – und zwar, weil sie den Chef so an seine Kindheit und an die Konditoreibesuche mit seiner Oma erinnert. "Sie liebte Malakofftorte, aber ich durfte die wegen des Alkohols nicht bestellen. Eines Tages durfte ich dann zum ersten Mal kosten – seitdem bin ich ihr verfallen."
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