Das Kaffeehaus im Dreivierteltakt

Wenn die Gäste eh schon im Café sind, kann man dort gleich einen Ball veranstalten.
Wolfgang Kralicek

Wolfgang Kralicek

Die Ballsaison geht auch an den Kaffeehäusern nicht spurlos vorüber. Nie sieht man dort so viele Abendkleider und Smokings wie in diesen Tagen. Manche schauen, etwas derangiert, ganz in der Früh vorbei, auf einen großen Schwarzen oder ein Reparaturseidl.

Die meisten Ballgäste kommen so gegen acht Uhr abends zum "Vorglühen", damit sie auf dem Ball dann nicht so viel für Getränke ausgeben müssen. Es ist schon vorgekommen, dass Ballgeher im Kaffeehaus hängen geblieben sind und es nie zum Ball geschafft haben. Statt Ball der Kaffeesieder Ball beim Kaffeesieder, quasi.

Genau diese Zielgruppe hat man offenbar im Café Hummel im Blick: Dort fand heuer zum zweiten Mal "der kleinste Ball der Welt" statt. Mit einem Kammerorchester und einer Partyband, mit Tombola und "Taxitänzern" (Tanzpartner für Singles). Der Dresscode des Hummel-Balls ist klassisch (Abendkleidung), das Ballende angenehm früh angesetzt (1.30 Uhr).

Illustre Gäste für die Loge

Der Chef überlegt ernsthaft, ob er nächstes Jahr nicht auch im Café Kralicek einen Ball veranstalten soll. Ein paar Ideen hätte er schon. Das Eröffnungskomitee könnte aus jungen Damen und Herren bestehen, die beim Casting für die Opernballeröffnung durchgefallen sind (Motto: Jeder hat das Recht auf eine zweite Chance).

Als Promi-Gast für die Loge der Stammgäste – gleich links beim Eingang – denkt der Chef an Alexandra Meissnitzer ("Weil sie mir bei den Skirennen abgeht"), Kathi Nehammer ("Bei der weiß man nie, was passiert") oder Florentina Holzinger ("Sie kommt ja vom Tanz"). Als Ballspende gibt’s, haha, einen Tischtennisball.

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