Kolumnen
10/12/2021

Aus mit Ausreden

Es gibt da ein paar politische Stehtsätze, die sich jetzt hoffentlich für längere Zeit zurückziehen dürfen.

von Birgit Braunrath

„Dieses neue Kapitel“, so nennt Bundeskanzler Schallenberg die Zeitrechnung ab dem 11. Oktober. Hoffentlich kommt dieses neue Kapitel ohne die alten Reden aus, die viele einfach nicht mehr hören können (und deren Hintersinn ein Diplomat wie Schallenberg sofort hören kann – wenn er will):

„So sind wir nicht.“ (Heißt inzwischen so viel wie: Anders leider auch nicht.)

„Ich bin auch nur ein Mensch mit Fehlern.“ (= Ich weiß nicht genau, wie man sich entschuldigt.)

„Was strafrechtlich nicht relevant ist, ist irrelevant.“ (= Anstand in der Politik ist wie Veganismus beim Fleischhauer.)

„Wir sind Opfer, nicht Täter.“ (= Ohne die Ermittlungen der Justiz wäre das alles vielleicht nie rausgekommen.)

„Aber die anderen haben’s doch genauso gemacht!“ (= Wer uns unsere hehren Wahlversprechen geglaubt hat, ist selber schuld.)

„Außerdem haben wir im Moment wirklich andere Sorgen.“ (= Dieses Thema ist mir höchst unangenehm.)

Es gibt viele verschiedene Arten von Reden, es gibt die Antrittsrede, die Abschiedsrede, die Festrede … Aber die unnötigste aller Reden, das ist die Ausrede.

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