© Jeff Mangione

Kolumnen
06/26/2018

Aufklärung

"Ohrwaschl": Man kann sie von innen aushöhlen, aber es gibt keine Stopp-Taste für die EU

von Birgit Braunrath

Man muss Europa nicht lieben. Aber man muss wissen, dass es einst der weltweite Schrittmacher für Vernunft und gegen Vorurteile, für Toleranz und gegen Diskriminierung war. Man nannte diese geistige und soziale Strömung „Aufklärung“. Sie hat bis heute Gültigkeit.

Man muss die EU nicht lieben. Aber man muss wissen, dass die EU ein Friedensprojekt ist, eine über Jahrhunderte von klugen Köpfen ersehnte und angestrebte Vision, die in unserer Zeit – kurzfristig – Wirklichkeit geworden ist (schon Immanuel Kant forderte im 18. Jahrhundert eine völkerrechtliche Ordnung).

Dann kamen die nationalen Selbstvermarkter und begannen, die EU von innen auszuhöhlen. Sie setzten die Ordnung der Vernunft durch das Säen von Vorurteilen und diffusen Ängsten außer Kraft. Sie untergruben das Fundament der Aufklärung, indem sie spalteten und polarisierten, statt für Einigkeit und Toleranz einzutreten.

Man möchte ihnen zurufen: „Auch die Gegner der Aufklärung haben sich einst auf die Tradition berufen, um die neue Zeit aufzuhalten. Aber die Welt wird sich weiterdrehen – und Europa mit ihr.“ – Es gibt keine Stopp-Taste für die EU.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.