Kolumnen
02.02.2019

Andreas Gabalier: Empörende Empörung

Kann es sein, dass der Sänger die Aufregung als Werbeträger mit einkalkuliert?

„Wenn man sich die Texte durchliest, findet man keinen Nährboden für all diese Vorwürfe“, sagt Andreas Gabalier im KURIER-Interview (Seite 25).

Dann lesen wir uns halt einen Text durch. Etwa den von „Biker“. In diesem Lied singt (und schreibt) Gabalier: „Touren-, Renn-, und Harley-Fahrer/Herz haben wir ein gesundes/Italiener, Deutsche und Japaner/Grüßen tun wir uns/Und dass mit der Sozia geknuspert wird ist gewiss/Aber nur so fern sie nicht verwandt mit einem ist“.

Die etwas merkwürdige Betonung, dass das „Knuspern“ nur nicht verwandten Personen (no na) vorbehalten ist, einmal beiseite lassend: Natürlich kann man sagen, hier sind Motorrad-Marken gemeint (wobei, die Harley ist doch aus den USA?). Aber wer so textet, nimmt die Assoziation Deutschland/Italien/Japan = die Achsenmächte des Zweiten Weltkriegs zumindest in Kauf.

Kann es sein, dass der über die Empörung empörte Gabalier die Empörung als Werbeträger mit einkalkuliert?