Kolumnen
25.04.2018

Am Sand

"Ohrwaschl": Wenn die Sahara auf Besuch kommt und Pollen Österreich absandeln - kann man das auch positiv sehen. Mit etwas gutem Willen.

Es nützt nichts, es abzustreiten:  Wir sind am Sand.

Derzeit arbeitet der Saharasand in Tateinheit mit diversen Pollen daran, Österreich rotgelb zu bestäuben. Darüber freuen sich die Besitzer von Waschstraßen und freuen sich nicht die Besitzer von Autos oder Fenstern.

Dabei  kann man mit ein bisschen Bemühen alles auch positiv sehen. Das Fenster ist nicht mehr durchsichtig? Da spart man sich die Vorhänge! Die Brille ist zu? Viele Menschen werden schöner, wenn man sie nicht sieht! Endlich hat das Handy einen tollen Foto-Filter! Endlich besitzt  man ein rotes Auto! Die Haare kriegen,  je nach Glück, eine rote oder gelbe Tönung! Die Haut wird schön braun, ganz ohne Krebsgefahr! Sandkiste im Kinderzimmer! Strandfeeling vor dem Fernseher! (Nur die ÖVP ist trotzdem unzufrieden und verlangt angeblich die Umfärbung der Sahara auf Türkis oder zumindest die verpflichtende Pflanzung türkisstäubender Bäume.)

Nicht zuletzt ist das eine gute Gelegenheit, Christoph Leitl zu widersprechen – Österreich ist nicht abgesandelt. Österreich ist auf-, an- und zugesandelt.