Kiku
14.09.2018

Willkommen in der Welt der Dinos

Besuch bei der Saurier-Show in Zürich, die Anfang März in Wien zu erleben ist. Der KiKu traf einen jungen Dino-Experten.

Kaum streckte das Wesen seinen Kopf in die große Spielfläche, flüsterte der siebenjährige Dylan in der Publikumsreihe vor den Reporter_innen im Züricher Hallenstadion hörbar „Stego“. Ähnlich beim viel weniger bekannten Ankylosaurus oder auch als ein Allosaurus auftauchte. Letzteren würden wahrscheinlich viele aufs erste mit der vielleicht bekanntesten Urzeit-Riesenechse, dem Tyrannosaurus Rex, verwechseln.

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18 kleinere und größere bewegliche Nachbildungen von Tieren, die die Erde rund 170 Millionen Jahre beherrschten, tapsen, laufen, stolzieren, wanken oder fahren in der Show „ Dinosaurier – Im Reich der Giganten“ zwei Mal 40 Minuten durch die Arena - in Hallen quer über den Kontinent von Glasgow über Zürich bis Moskau. Anfang März gastieren die lebensgroßen und echten Giganten in der Wiener Stadthalle. Mehrmals kommt’s in der Show zu actionreichen Kampfszenen – zwischen Fleisch- und Pflanzenfressern, aber auch zu einem Rang-Fight des alten Toro-Anführers mit einem jungen Herausforderer. Trotz lautstarken Gebrülls – am Halleneingang werden auch Ohrstöpsel verteilt – drückten sich bei der Performance in Zürich zwar einige sehr junge Kinder stark in die Rückenlehne ihrer Sitze, ließen aber kaum die Augen vom Geschehen, das sie insgesamt sehr gebannt verfolgten – zumindest jene die der Kinder-KURIER im Blickfeld hatte.

Saurier aus der "Giganten"-Show

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Zwei Brachosaurier - Mutter und Kind

Ein T-Rex-Baby

T-Rex-Mama mit ihrem Kind

T-Rex reißt sein Maul auf

Kampf zweier Torosaurier

Ein Ankylosaurier

Stego- und Allosaurier

Lilliensternus

Liliensternus

Plateosaurier

Raptor

Ein Raptor

Zwei Raptoren

Ein Raptor

Raptor

Raptoren

Raptoren

Raptor

Viel Wissen

Durch die Edutainment-Show führt jeweils ein Schauspieler – Interview mit einem der deutschsprachigen Darsteller siehe eigene Geschichte. Der hält bei seinem ersten Auftritt die Nachbildung eines Saurierknochens in Händen und mimt einen Paläontologen, der vielleicht in seinem Outfit zu stark an den Film-Archäologen Indiana Jones erinnert. Paläontologie ist die Wissenschaft über längst vergangener Zeitalter der Erde. Diese Forscher_innen untersuchen versteinerte Knochen, schließen von diesen darauf, wie die Lebewesen ausgeschaut haben könnten. In der Show freut sich der Paläontologe, der Huxley genannt wird – nach dem englischen Bio- und Paläontologen Thomas Henry Huxley (1825–1895) – vor allem über Fußspuren. Während Knochen nur etwas über schon gestorbene Tiere aussagen, sind Fuß-Abdrücke Zeugnis der damals noch lebenden Tiere. Noch mehr freut sich der Experte über einen riesengroßen Kackhaufen. In dem kann er forschen, wie sich das Tier ernährt hat, über die Verdauung usw.

In die Rolle des „Huxley“ schlüpfen in den verschiedenen Ländern jeweils Schauspieler, die die entsprechende Sprache beherrschen.

Journalist_innen aus Österreich und Deutschland wurden in die Schweiz eingeladen, um die Show, die nun zum zweiten Mal seit 2007 durch die Welt tourt, vorab zu sehen, bei Proben zu drehen und zu fotografieren sowie einige Interviews zu führen. Der Kinder-KURIER – und SchauTV (sobald es diesen Beitrag gibt, findest du ihn auch am Ende dieses Artikels) waren darunter.

Wie funktioniert’s

Ein fast fünf Dutzend Leute-Team aus Film, Computertechnik, Hightech-Animation und Design erschuf die Dinosaurier in Aussehen und Bewegungsabläufen bis ins kleinste Detail – nach den Vorbildern aus der Vorvergangenheit – soweit bisherige Erkenntnisse reichen. 53 Techniker_innen und andere Spezialist_innen haben mehr als ein Jahr lang an der neuen Produktion gearbeitet. Eineinhalb Tage dauert der Aufbau der Saurier und ihrer Landschaft – die Pflanzen als aufblasbare Gummiwürste fallen leider stark gegenüber den kunstvollen Tieren ab-. In 23 riesigen LKW werden sie durch die Lande transportiert. Abgebaut ist dafür in fünf Stunden.

In den kleineren Dinos sind Menschen mit dem überdimensionalen Kostüm – ein rund 38 Kilo schwerer Rucksack - in der Arena unterwegs. Die Riesen – das größte Modell (Brachiosaurus) ist 11 Meter hoch und nicht ganz 17 Meter lang – werden gefahren. Sie stehen auf einem Gestell, in dem wie in einem flachen Rennauto Fahrer sitzen, die etwa den Brachio oder den Plateo durch die Arena kurven lassen.

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Fern-Steuerung

Kopf- und Schwanzbewegungen sowie Augenrollen und die Töne werden von der sogenannten Voodoo-Lounge aus gesteuert. Hinter der letzten Publikumsreihe agieren sechs gelernte Puppenspieler_innen. Für die Bewegungen haben sie ein Metallgestell, das ein bisschen an einen Mix aus einem Teil-Exoskelett mit Motorradlenker erinnert. In diese Vorrichtung legen sie einen Arm und steuern links, rechts, vor, zurück, rauf und runter. Das gilt sowohl für den Kopf als auch den Körper sowie den Schwanz des jeweiligen Dinos.

Die unterschiedlichen Brüller, Faucher und anderen Geräusche - beim jungen T-Rex ist es fast ein Ziegen-Mähen - lösen sie über ein kleines Keyboard aus, dessen Tasten mit den Sounds der neun verschiedenen Saurierarten belegt sind. Daneben öffnen und schließen sie den dazugehörigen Saurier-Mund mit Hilfe eines Joysticks. Die Puppenspieler_innen in der Voodoo-Lounge sind auch über Headsets und Funk mit den Akteur_innen in den Sauriern verbunden, um mit ihnen zu kommunizieren und Feinabstimmungen im Ablauf abzustimmen.

Trotz der mehr als 12 Jahre, die zwischen der ersten Show und heute liegen, „hat sich die Technik, abgesehen von einigen Updates, im Wesentlichen nicht wirklich verändert“, sagt Nigel Hodgson, der gelernte Audio – und Video-Ingenier als „Kopf der Geschöpfe“ (Head of Creatures), in der Pause zum Kinder-KURIER.

„Überlebende“

Die Live-Show – international heißt sie „Walking with Dinosaurs“ - baut auf der preisgekrönten BBC-Fernsehserie auf. Das sorgt für die Wissenschaftlichkeit der verpackten vielen Informationen, die im ersten Teil vielleicht zu stakkato-artig, dicht, auf das Publikum einprasseln - über die Erdzeitalter Trias, Jura, Kreide, die Entstehung der Kontinente aus Pangea, die Jahrmillionen usw. Im Teil nach der Pause sind die Informationen dosierter – und enden mit dem Aussterben der Saurier nach einem Asteroiden-Einschlag. Oder nicht ganz, denn die heutigen Vögel werden hier als „überlebende“ Saurier bezeichnet.

Selbst die Pferdefreundin...

Zurück zum eingangs erwähnten 7-jährigen Dino-Experten Dylan. In der Pause schlüpfte er in ein mitgebrachtes dünnes, einfaches Dino-Ganzkörperkostüm und versuchte Besucher_innen witzig zu erschrecken. Im Gespräch mit dem Kinder-KURIER nach der Show zeigte sich der junge Fachmann sehr zufrieden. „Es hat alles gestimmt und war spannend,“ zollte er Anerkennung. Seine gleichaltrige Begleiterin, die Wohnnachbarin Alessia, outete sich als „Pferde-, Pony- und Einhornfan, aber mir hat’s auch gut gefallen“, lobte sie die Show.

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Compliance-Hinweis: Die Berichterstattung erfolgt aufgrund einer Einladung von Live Nation, der Agentur, die die Tour der Dinosaurier-Show in Europa organisiert, nach Zürich.

Weitere Fotos aus der Show

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Infos

Die Show startete zu ihrer ersten Tour Anfang 2007 in Australien, zog über die halbe Welt und tut dies nun in einer zweiten Aufführungsserie. Allein in Österreich und Deutschland sahen und hörten rund 500.000 Besucher_innen das „Urzeit-Spektakel“. Weltweit mehr als 700 Millionen Menschen haben die Original-TV-Serie der BBC gesehen, die vielfach ausgezeichnet wurde.

Dinosaurier - Im Reich der Giganten
Presented by Global Creatures in association with BBC Worldwide Ltd

https://dinosaurierlive.de

Wann & wo?
Wien: 1. Bis 3. März 2019, Stadthalle D
München: 15. Bis 17. März 2019, Olympiahalle

Tickets:
www.ticketmaster.at
Ticket-Hotline: 01-253 888 (Mo – Fr, 8 bis 22 Uhr, Sa/So/ feiertags, 9 - 20 Uhr)
www.oeticket.com