Szenenfotos aus "Fahrenheit 451" im TAG

Szenenfotos aus "Fahrenheit 451" im TAG

© Anna Stöcher

Kiku
10/04/2020

Wenn die Feuerwehr Bücher verbrennt, statt Feuer löscht

Der dystopische Klassiker „Fahrenheit 451“ aus dem Jahr 1953 wird derzeit als Stück im TAG (Theater an der Gumpendorfer Straße, Wien) gespielt.

Es fing damit an, dass die Feuerwehr Bücher verbrannte und dann eine Nachrichtensprecherin sagte, dass die Feuerwehr einmal mehr den Dienst für deren Staat geleistet hatte. Dabei legte sie die Betonung auf das „Uns, unsere Männer, unsere Feuerwehr“, sodass man davon das Gefühlt bekommt, dass alles Eins ist. Was auch in der immer wieder formulierten Parole „Einheit ist Stärke“ zum Ausdruck kommt.

Zum Aufsuchen aller noch existierenden Bücher und ihrer schließlichen Zerstörung gibt es die Feuerwehr, welche die Pflicht hat, die Brände zu legen, anstatt sie zu löschen. Den Menschen wird gesagt, dass das Glück aller in der Gesellschaft liegt.  Es wird darauf angespielt, dass alles immer einfacher und schneller wird, sodass sie kaum noch denken müssen.

Ob er glücklich ist?

Der Protagonist namens Guy Montag (Raphael Nicholas), arbeitet seit 10 Jahren bei der Feuerwehr, er dachte, dass er durch seine Arbeit etwas Gutes für die Menschheit leistet, bis er von seiner Nachbarin Clarisse (Lisa Schrammel) auf seine Berufung angesprochen wird. Diese fragt ihn, ob er glücklich sei. Montag hatte die Frage nicht kommen sehen und man kriegt das Gefühl vermittelt, dass er Tag für Tag nur zu seiner Arbeitsstelle geht, um dann wieder nach Hause zu gehen und dort von den Medien entertaint wird. Wodurch er nie wirklich dazu kommt, sich zu fragen, ob er eigentlich glücklich ist.

Clarisse sagt ihm dann, dass sie gehört hat, dass die Feuerwehr früher die Brände gelöscht und nicht gelegt hat. Das konnte Montag sich nicht vorstellen, da auch schon früher alles branddicht war. Dadurch dass Montag von seiner Nachbarin über seine Berufung gefragt wird, stellt sich ihm dann die Frage, ob sein Tun richtig ist, da er noch nie in eines der Bücher, welche er verbrannt hat, reingeblättert hat.

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Heimlich ein Buch

Als bei einem seiner Einsätze eine Frau lieber mit ihren Büchern verbrannt wird, anstatt sich zu retten und die Bücher verbrennen zu lassen, fragt er sich Montag, ob es die Bücher wirklich wert sind, mit ihnen unterzugehen. Bei diesem Einsatz nimmt dieser dann heimlich ein Buch mit und liest dieses und daraufhin auch noch weitere. Dadurch realisiert Montag, dass alles was über die sogenannten gefährlichen Bücher verbreitet wird, falsch ist.

Verschwinden und Gleichgesinnte treffen

Später stellt sich heraus, dass die Arbeit der Feuerwehr, nur zum Entertainment dazugehört und dass die Menschen freiwillig aufgehört haben zu lesen. Es wird dann auch noch von einem Krieg gesprochen, jedoch weiß keiner, worum es im Krieg geht. Der Protagonist versucht Kontakt zu Clarisse aufzunehmen, doch diese sei angeblich tot. Dennoch schafft er es, Kontakt zu ihrem Onkel (Jens Claßen) aufzunehmen. Dieser zeigte ihm dann einen Weg vom System zu verschwinden und unter mehreren Gleich-Hinterfragenden unterzutauchen, welche hoffen, dass wenn der Krieg vorbei ist, die Menschen wieder anfangen werden Sachen zu hinterfragen, darunter auch Clarisse.

Mona Bannour, fast 16

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