Andrea mit "ihren" Kindern

© Pamipa/Andreas Pascher

Kiku
12/30/2018

Schmuck kaufen – und damit Kindern in Rumänien helfen

Die Modeschmuck-Linie „Pamipa“ wird gleichsam Tupperware-mäßig vertrieben, der Gewinn geht an ein Kinderhaus in Sibiu (Rumänien, Siebenbürgen).

Andrea ist 19 und schon vierfache – professionelle – „Mutter“ – von Denisa, Amado, Dave und Denis. Die vier Kinder sind zwischen vier und 10 Jahren. Unweit des großen Kinderhauses des Vereins „Kinderhilfe für Siebenbürgen“ (siehe eigene Geschichte weiter unten) lebt Andrea seit ein paar Monaten mit den vier Kindern in einem eigenen, feinen Haus in einer Einfamilienhaus-Siedlung. Jedes der Häuser in dieser Stadtrandsiedlung hat einen eigenen Garten. Wir befinden uns im Stadtteil Selimbar am Rande von Sibiu (Hermannstadt) in jenem Teil Rumäniens der als Siebenbürgen bekannt ist.

Not-Gründung

Das große Kinderhaus der Roma-Kinderhilfe in der Nähe war bis auf den letzten Platz gefüllt. Doch da waren vier Kinder, die in einer sozialen Notlage angetroffen wurden. Was tun? Sie in ihrer besch... Situation zu belassen, kam für Jenny Rasche, die Betreiberin des großen Kinderhauses und vieler weiterer Projekte nicht wirklich in Frage. Da sprang die eher zurückhaltend wirkende Andrea, die als Kind ihre Rettung in dem Kinderhaus gefunden hatte, und seit geraumer Zeit als Betreuerin im Kinderhaus arbeitete, ein. In einer Art „Spin-Off“, dem eingangs kurz beschriebenen eigenen Haus, übernahm sie die Verantwortung für diese vier Kinder.

Schmuck-Verkauf zur Finanzierung

Finanziert wird dieses kleine, familiäre Kinderheim durch das Projekt „Pamipa“. Dabei handelt es sich um fair produzierten gleichnamigen Modeschmuck, der bei verschiedenen Gelegenheiten von sogenannten Care-Partner_innen vertrieben wird. Am leichtesten erklärbar durch den Begriff der Tupperware-Partys. „Wir finanzieren damit alles an Kosten – von der Betreuung über Heizung, Essen, Schulgeld sowie externe psychologische Betreuung für die zwei Zehnjährigen“, so Dr. Andreas Pascher, der mit seiner Frau Nicole dieses Projekt ins Leben gerufen hat zum Kinder-KURIER. „Da wir mit vielen Menschen arbeiten und unsere Kalkulationen nicht öffentlich machen wollen, kann ich Ihnen keine konkreten Zahlen nennen. Aber um einen relevanten Vergleich zu geben: Die Kosten liegen in der Höhe des Verdienstes eines normalverdienenden Akademikers.“ Also mehr als 3.500 € monatlich. „Wir haben zu Weihnachten 700 Euro extra überwiesen für Geschenke an die Kinder und vor allem auch an die Betreuerinnen des Pamipa Hauses“, so Pascher weiter. 

Der KiKu war im Sommer im Foyer des Mödlinger Stadttheaters bei der Premiere des alljährlichen Musicals von „teatro“ über einen Tisch mit Armbändern, Halsketten, Ohrsteckern und Ohrringen, Anhängern usw. „gestolpert“, wo Alexandra-Natascha Rubel diesen Pamipa-Schmuck anbot - und auf Nachfrage sofort begeistert von diesem Projekt lossprudelte.

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800 Care-Partner_innen

Gegründet wurde dieses Business wie schon erwähnt von Andreas und Nicole Pascher. Zum Firmennamen – und dem Unternehmensgegenstand hat sie ihre Tochter Pamina inspiriert. Der einzige Sinn und Zweck des Unternehmens ist übrigens genau der: Dieses rumänische Kinderhaus zu finanzieren. Derzeit vertreiben rund 800 Care-Partner_innen in Österreich und Deutschland den Schmuck. Ihnen bleibt jeweils ein Viertel des Schmuck-Erlöses. Zwischen einem Fünftel und einem Drittel der Gewinne pro Stück fließen in das dieses Jahr gestartete schon eingangs beschriebene Haus in Sibiu-Selimbar.

Aus Studienfinanzierung wurde Unternehmen

Der in Schweden geboren Andreas Pascher studierte in Wien Medizin, verdiente sich sein Studium mit Network-Marketing und Direktvertrieb. Und weil das so gut lief, wurde er nicht Arzt, sondern Unternehmer. In der Gründungsphase traf er auf die Tänzerin und Fitnesstrainerin Nicole – beide wurden ein privates und berufliches Paar und gründeten vor fast zehn Jahren „Kangatraining“ (spezielles Fitnessprogramm für Jung-Mütter) als Lizenzunternehmen.

Auf der „Pamipa“-Homepage beschreibt der Gründer den Beginn dieses Unternehmens zur Finanzierung eines Sozialprojektes so: „Was ist Dein größter Traum?, fragte ich meine Frau Nicole, als wir im Urlaub wanderten. - „Ein eigenes Kinderheim!“

Jahre später kam ihm beim Wandern am selben Ort die Idee, wie dieser Traum verwirklicht werden könnten – nach dem Muster ihrer beiden erfolgreichen Firmen. Und so ließen sich die Paschers einfallen, fairen Modeschmuck produzieren zu lassen, den Verkaufs-Partner_innen im Direktvertrieb über Partys und bei anderen Gelegenheiten anbieten.

Auf solider Finanzbasis

„Wir wollten nicht Spenden sammeln für das Projekt, weil das keine fixe Finanzierung garantiert“, erklärte Andreas Pascher dem Kinder-KURIER in einem Telefonat. „Es sollte auf soliden unternehmerischen Beinen stehen.“

„Es ist besser, ein einziges kleines Licht anzuzünden, als die Dunkelheit zu verfluchen“, zitieren die Paschers auf der Pamipa-Homepage den berühmten chinesischen Philosophen Konfuzius, der vor rund 2500 Jahren lebte.

www.pamipa.at

https://www.facebook.com/Pamipa

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