Szenenfoto aus "Einfrieren, hochladen, weiterleben"

© Michael Gizicki

Kiku
09/27/2019

Ewig leben? Wie soll denn das gehen?

„Einfrieren, hochladen, weiterleben“ – ein gespenstisches Figurentheaterstück im Wiener Schuberttheater.

von Heinz Wagner

Ein Mondhase tritt nun nach dem Figurentheater Lilarum (siehe hier) fast zeitgleich auch im – ebenfalls auf Figuren spezialisierten – Wiener Schuberttheater – in Erscheinung. Ersteres ein Stück schon für Kinder, Zweiteres vor allem für Erwachsene, aber durchaus auch Jugendliche.

In „Einfrieren, hochladen, weiterleben“ bringt dieser Mondhase einen Kübel voller Joghurt, eines das noch wie auf natürliche Art durch einen Pilz wächst (wie Kefir). Und das angeblich so gesund ist, dass es Leben schier bis zur Unendlichkeit verlängert. „Ewiges Leben“ ist – wie selbstständig fliegen können – einer dieser „ewigen“ Menschheitsträume. Neben lebensverlängernder Ernährung tauchte vor Jahrzehnten die Idee auf, sich rechtzeitig, lebendig einfrieren zu lassen – in der Hoffnung, Jahrzehnte später dank weiteren medizinischen und wissenschaftlichen Fortschritts dann gesund und munter aufgeweckt zu werden und weiterleben zu können.

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Gespenstisch

Aus all diesen Gedankengängen bauten die Gruppe Spitzwegerich ein recht schräges, teilweise fast gruseliges Stück zwischen Figurenspiel, Animation, Schauspiel und nicht zuletzt dem Einsatz von Musik und Text – eigenem und Zitaten - für die kleine Bühne in diesem Theater in der Währinger Straße (Wien-Alsergrund). Vier Typen wollen in diese „Unsterblichkeit“, stecken ihre Köpfe in die Glasröhren und warten auf das Einfrieren, sozusagen den Upload ihres Gehirns in die ewige Cloud.

Die Verzögerung, das Hängenbleiben beim Upload, wird – auf die Spitze getrieben – gespielt vom Boten, der gespielte Texthänger hat, jeweils ein paar Augenblicke davor wieder einsteigt, samt den entsprechenden exakten Wiederholungen. Letztlich ist’s aber nur er, der den Upload seines Kopfes schafft – und später weiterlebt – zunächst in Form einer Puppe…

Follow@kikuheinz


 

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Einfrieren, hochladen, weiterleben
Mit Textteilen von Jewgenij Samjatin, Eckhardt Lindner, William S. Burrougs, Ray Kurzweil, Max More, Simon Dietersdorfer und Manfred Englmayr

Idee, Konzept, Fassung: Spitzwegerich
Spiel, Puppenbau, Bühne, Kostüme: Birgit Kellner, Christian Schlechter
Musik, Gesang, Spiel: Manfred Engelmayr
Schauspiel, Gesang: Simon Dietersdorfer
End-Regie, Dramaturgie: Alex Riener
Choreografie: Martina Rösler, Emmy Steiner
Licht: Ines Wessely
Kostüm: Brigitte Moscon
Tontechnik Support: Lois Sauper
Grafik: Birgit Kellner
Mitarbeit Ausstattung: Isabella Pröll
Beratung: Christoph Bochdansky
Produktion: Spitzwegerich, Lisa Zingerle

Wann & wo?
Bis 27. September 2019

Double Feature:
„Welcome to the Insects“: 28. und 29. Jänner 2020

„Einfrieren, Hochladen, Weiterleben“: 31. Jänner und 1. Februar 2020

Schuberttheater: 1090, Währinger Straße 46
Telefon: 0 676/443 48 60

Werk-X/Petersplatz
„Einfrieren, Hochladen, Weiterleben“
8. und 9. April 2020
am 8. April 2020 an die Vorstellung: „LIVER“ im Grill-X/Petersplatz

spitzwegeriche.at

schuberttheater.at/einfrieren-hochladen-weiterleben

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