Wer suchet, der findet!
Zusammenfassung
- Wer suchet, der findet!
Dieser Satz begegnet uns überall im Leben: in der Liebe, im Job, im Supermarktregal. Das Suchen gehört seit jeher zum Leben. Die große Frage ist aber, wonach man eigentlich sucht. Die Forschung zeigt jedenfalls seit langer Zeit, dass wir beim Suchen vor allem die eigenen Überzeugungen regelmäßig durchleuchten sollten.
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Oster-Pech
Wer suchet, der findet! Ein Satz, der gut in diese Tage rund um Ostern passt. Es wird traditionell gesucht – nach Eiern, nach kleinen Überraschungen oder nach dem besten Osterschinken oder der flaumigsten Pinze. Dieser Satz begegnet uns aber überall im Leben: in der Liebe, im Job, im Supermarktregal. Wer nach der großen Liebe sucht, wird sie womöglich entdecken oder zumindest jemanden, der gut hineinpasst in die eigene Vorstellung davon. Sucht man hingegen nach Gründen, warum Beziehungen scheitern könnten, wird man ebenfalls fündig werden. Die Welt liefert ständig Beweise für das, woran wir ohnehin schon glauben.
Wer hungrig einkaufen geht, findet plötzlich lauter Dinge, die unbedingt in das Wagerl müssen. Ist man gestresst, so entdeckt man in jeder Kleinigkeit den nächsten Anlass, sich aufzuregen. Und wer sich vorgenommen hat, gesünder zu leben, wird auf einmal überall süße Verlockungen wahrnehmen, so als hätten sie sich verschworen. Besonders unerquicklich wird es, wenn wir anfangen, nach Fehlern in uns selbst zu suchen. Wer lange genug gräbt, wird garantiert etwas finden. Aber, und das ist die gute Nachricht, das funktioniert auch andersherum.
Das belegen nämlich zahlreiche Forschungen. Die Psychologie zeigt seit Jahrzehnten, dass wir vor allem das wahrnehmen, wonach wir suchen. Der sogenannte Bestätigungsfehler sorgt dafür, dass wir gezielt Hinweise finden, die unsere bestehenden Überzeugungen stützen, während der Negativitätsbias dafür sorgt, dass gerade Fehler und Schwächen besonders stark ins Gewicht fallen. Wer also in sich selbst nach Defiziten gräbt, wird sie auch entdecken und ihnen überproportionale Bedeutung geben. Gleichzeitig funktioniert dieser Mechanismus aber eben auch in die andere Richtung: Studien aus der Positiven Psychologie zeigen, dass ein bewusster Fokus auf Fortschritte, Stärken und gelingende Momente das eigene Erleben messbar positiv verändert.
Also: Freuen wir uns alle auf ein sorgenfreies Osterfest und darauf, lauter schöne Dinge zu suchen und zu finden!
Frohe Ostern 🐰
Ihre Yvonne Widler