Das Echo der Schüsse bei der Gala mit Trump
Zusammenfassung
- Das Echo der Schüsse bei der Gala mit Trump
Zum dritten Mal wurde der US-Präsident von einem Attentäter bedroht. Die Reaktionen zeigen auch, wie es um die öffentliche Meinung zu Trump steht.
- Die wichtigsten Meldungen des Tages
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Das Echo der Schüsse bei der Gala mit Trump
Wer erinnert sich nicht an das Ohr. Donald Trump, der wie auf einem klassischen Gemälde in Heldenpose dasteht, die Wange blutverschmiert, die Faust in die Luft gereckt, umklammert von Mitarbeitern des Secret Service. Am 13. Juli 2024 war Donald Trump Ziel eines Attentats, das er nur um Haaresbreite überlebte; er war am Ohr verwundet, Zentimeter vom Tod entfernt.
Damals war Trump noch Kandidat für die US-Präsidentschaftswahl, und das Attentat von Thomas Crooks wurde zu einem weiteren Schritt in Richtung Präsidentschaft: Das Land war quer über die politischen Lager erschüttert, Trumps Bewegung war mobilisiert.
Zum dritten Mal wurde der US-Präsident nun am Samstag von einem Attentäter bedroht. Wenige Minuten nach Beginn des „White House Correspondents’ Dinner“ im Ballsaal des Hilton Hotels brach Panik unter den rund 2.600 Gästen aus. Ein schwer bewaffneter Mann hatte im Foyer der Nobelherberge geschossen, bevor er von Sicherheitskräften überwältigt wurde. Er veröffentlichte ein Manifest, die Details waren vorerst unklar. Donald Trump war in jenem Raum, den der Attentäter stürmen wollte.
Erneut ist das Land im Bann der politischen Gewalt gegen einen demokratisch gewählten Staatschef.
Viele Online-Reaktionen zeigen aber auch, wie es um die öffentliche Meinung zu Trump steht. Denn schon zuletzt gab es aus Trumps MAGA-Bewegung und von Trump-Unterstützern Mutmaßungen darüber, ob der Vorfall am 13. Juli 2024 inszeniert worden sein könnte. Und die Reaktion im Internet auf den nunmehrigen Attentatsversuch war, zumindest zu einem erstaunlichen Ausmaß, von jenen Verschwörungserzählungen geprägt, die sonst Trump für seinen Erfolg nützt. Nur waren sie nun gegen ihn gerichtet. Der Vergleich mit der Reaktion auf das Attentat von 2024 ist bemerkenswert.
In Amerika stellen sich nun viele Fragen. Wie weit das Secret Service für seinen Job - den Präsidenten zu beschützen - zu unfähig ist, ist nur eine davon. Die wichtigste ist: Wie sich das Land aus dieser feindseligen Stimmung lösen kann, die sich nun auch zunehmend gegen jenen richtet, der sie bisher für seinen Erfolg zu nützen vermochte.
Ihr Georg Leyrer