Warum unsere Politiker beim der Fußball-WM wirklich mitfiebern
Zusammenfassung
- "Börserlkrach" im Parlament: SPÖ-Finanzminister Markus Marterbauer hielt gestern seine Budgetrede. Darüber wird noch viel diskutiert werden müssen.
- Lesenswert: "Rise Like A Frosch", schreibt Kulturchef Georg Leyrer über Tom Neuwirth alias Conchita ist Stargast bei einer queeren Ausgabe der "Fledermaus" (LINK).
- Die Karikatur zum Tag von Michael Pammesberger: "Was ist neu bei dieser WM?."
Also wenn ein Budget in Zahlen gegossene Politik ist, will ich eine andere Politik. Am Mittwoch holte Finanzminister Markus Marterbauer tief Luft und sprach eineinhalb Stunden darüber, wie das Doppelbudget 2027 und 2028 aussehen wird.
Ich belästige Sie jetzt sicher nicht mit Details. Die können Sie im KURIER oder im Kurier-ePaper nachlesen, wo meine Kollegen der Innenpolitik gleich vier Seiten dem Staatshaushalt widmen. „Marterbauer legte erneut verständlich und durchaus ehrlich dar, warum jetzt alle den Gürtel enger schnallen müssen – ob Pensionist, Geringverdiener oder Bank. Rhetorisch war das überzeugend, inhaltlich weniger“, schreibt Michael Hammerl im Leitartikel, und trotz Lob für den Finanzminister hatte er ausreichend zu kritisieren.
Was am Budget auffällt, ist, dass nix wirklich auffällt. Da ein bisserl mehr, da ein bisserl weniger. Und die große Hoffnung, wie ein Stoßgebet, dass bitte, bitte geopolitisch keine neue Krise kommt. Dafür haben wir nämlich kein Geld.
Wir hier in Wien - Heilgenstadt werden uns die Details in den kommenden Tagen und Wochen sicher noch genauer ansehen, wer was tut, und noch mehr: wer nix tut. Die Bundesländer fielen mir da sofort ein.
Es kann aber auch sein, dass die Regierung das schnell unter Dach und Fach bringen will, weil ab heute eh was anderes wichtig ist: Mexiko spielt gegen Südafrika morgen um neun Uhr abends das erste Match der Fußball-WM, 103 weitere Matches, der Großteil zu unchristlichen Zeiten weit nach Mitternacht, werden folgen.
Österreich ist zum ersten Mal seit drei Jahrzehnten dabei. Da fällt mir eine Studie ein, die besagt: „A Kick for the GDP: The Effect of Winning the FIFA World Cup“, also wer bei der Fußball-WM gewinnt, hat eine bessere Konjunktur, ein höheres Wirtschaftswachstum, also auch mehr Steuereinnahmen. Wir müssen also schon rein aus Budgetgründen heuer Weltmeister werden. Gemma, Burschn!
Wenn Sie also demnächst einen unserer Spitzenpolitiker vor dem TV über ein Tor der Österreicher jubeln sehen, denken Sie daran, dieses Jubeln ist viel, viel ehrlicher, als man glauben möcht´. Und auch die Tränen im Fall einer Niederlage!
So oder so,
bleiben Sie gesund
Ihr Bernhard Gaul