Mit dem Roboter gegen Haarausfall
Geheimratsecken, Kranz, Glatze – Schätzungen zufolge leidet jeder dritte Mann in Österreich unter Haarausfall. Für die einen ist das blanke Haupt ein Zeichen von Männlichkeit, für die anderen ein gefürchtetes Übel. Ein Chirurg in Klagenfurt bringt nun eine neue Methode nach Österreich, die helfen soll, dass das Haar wieder sprießt. Mittels Robotertechnik werden Haarfollikel vom Hinterkopf an die schütteren Stellen transplantiert. "Die Follikel werden mit einer kleinen Maschine ähnlich einem Handbohrer entnommen. Im Unterschied zur händischen Methode ist der Vorteil, dass keine Narbe bleibt und der Großteil der Haare verwendet werden kann", sagt Schönheitschirurg Peter Lisborg.
Ohne Narkose
Nicht sichtbar
Etwa 15 Prozent des vorhandenen Haars am Hinterkopf werden entnommen. Die Technik der Haartransplantation ist nicht neu. Bisher findet sie entweder händisch mittels FUE-Technik (siehe unten) statt oder über die Entnahme eines behaarten Hautstreifens am Hinterkopf. Anders als bei bisherigen Technologien ist die Haarentnahme mit dem Roboter nicht sichtbar. Die Kosten der Haartransplantation mittels Robotertechnik beginnen bei 6.000 Euro und sind damit etwa doppelt so hoch wie die manuelle Haartransplantation. Lisborg: "Die Eingriffe mit dem Roboter sind nicht schneller als bisher, allerdings ist die Qualität deutlich besser. Auch die Erfolgsquote ist höher."
Derzeit ist das Gerät auf Kopfhaar programmiert, in Zukunft könnte es aber auch möglich sein, Brusthaar zu transplantieren oder auch Augenbrauen und Wimpern wiederherzustellen, so Lisborg.
Auslöser des Haarausfalls können neben Vererbung auch Stress, Krankheiten, Hormonschwankungen und Mangelernährung sein. Überwiegend sind Männer betroffen, aber auch Frauen können unter kahlen Stellen leiden. Neben zahlreichen Mitteln wie Haarwassern, Tabletten und Hausmitteln ist die Methode der Haartransplantation eine dauerhafte Lösung gegen Haarverlust.
STRIP-Transplantationstechnik
Diese Methode wird bereits seit den 1950er Jahren eingesetzt. Dabei wird ein behaarter Hautstreifen am Hinterkopf entnommen. Die Haare werden aufbereitet und an die kahlen Stellen verpflanzt. An der Stelle, an der der Streifen entnommen wurde, bleibt eine sichtbare Narbe zurück.
FUE-Technik (Follicular Unit Extraction)
Bei der Einzelhaartransplantation FUE werden händisch einzelne Haarfollikel entnommen. Sie wird oft im Bereich der Haarlinie oder zur Wimperntransplantation verwendet. Nachteil ist, dass etwa 30 Prozent der entnommenen Haare nicht verwendet werden können.
ARTAS Robotic Haar Transplantation
Die Haartransplantation mittels Robotertechnik ist ein minimal-invasiver Eingriff ohne Narbenbildung und Narkose. Mittels Computerprogramm werden Haare entnommen, analysiert und eingesetzt. Die Kosten dafür liegen derzeit etwa doppelt so hoch wie bei bisherigen Verfahren.
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