Papst Franziskus besuchte unter größten Sicherheitsvorkehrungen den Marienwallfahrtsort Aparecida. Am Donnerstag kommt es zum großen „Willkommen“ mit den Weltjugendtag-Teilnehmern.
Einen kleinen Unterschied muss es für den bekannt bescheiden auftretenden Papst ja doch geben: Er ist, anders als die Hunderttausenden Pilger beim
Weltjugendtag in Brasilien, nicht auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen.
Und so reiste der
Papst(sein Terminkalender in Brasilien)am Mittwoch zu seinem ersten großen Auftritt im Wallfahrtsort
Aparecida mit dem
Hubschrauber an, während die Jugendlichen am Abend zuvor großteils zu Fuß zur Eröffnungsmesse an der weltberühmten
Copacabana in
Rio de Janeiro pilgerten – die beiden U-Bahnlinien der Küstenstadt hatten für mehrere Stunden wegen „Energieproblemen“ ihren Geist aufgegeben.
Der Energie und Freude der geschätzt 400.000 Besucher der Messe, an der Franziskus noch nicht teilnahm (der 76-jährige Pontifex hatte noch einen Ruhetag), tat das keinen Abbruch.
Der strömende Regen zu Beginn auch nicht.
Rios Erzbischof Orani
Joao Tempesta hieß die Jugendlichen aus 175 Ländern willkommen. „In dieser Woche verwandelt sich
Rio in das lebendige und junge Zentrum der Kirche“, sagte er in seiner Predigt, die über riesige Bildschirme entlang des Strandes übertragen wurde. „Wir sind aufgerufen, die Protagonisten einer neuen Welt zu sein ... Die Welt braucht Jugendliche wie euch!“
Treffen mit Schönborn
Zuvor war Kardinal Christoph Schönborn mit mehr als 500 österreichischen Teilnehmern am
Weltjugendtag in der Kirche von „Nossa Senhora de Copacabana“ im Süden von Rio de Janeiro zusammengetroffen. Gemeinsam mit dem Grazer Weihbischof Franz Lackner wurde ein Gottesdienst gefeiert. Schönborns Botschaft an die Jugendlichen: „Jesus ist unglaublich treu in seiner Freundschaft zu den Menschen. Ich wünsche mir, dass mehr Menschen in Österreich das erfahren und Jesus in den Mittelpunkt stellen.“ Der Kardinal zeigte sich in seiner Ansprache von der Gläubigkeit der Jugendlichen vor Ort beeindruckt.
Die Papst-Messe in
Aparecida am Mittwoch war der erste Höhepunkt des Franziskus-Besuches in
Brasilien. Rund 200.000 Gläubige wurden erwartet, die
Sicherheitsvorkehrungen waren enorm – am Sonntag war dort ein selbst gebauter Sprengsatz gefunden und entschärft worden.
Aparecida ist der bedeutendste Marienwallfahrtsort des Landes. Der Überlieferung nach fanden dort drei Fischer 1717 eine kleine Marienfigur und später ihren Kopf; als beides zusammengefügt wurde, wurde die 40 Zentimeter hohe Figur so schwer, dass sie nicht mehr bewegt werden konnte. Dafür fingen die Fischer so viele Fische, dass ihr Boot unterzugehen drohte.
Am Nachmittag wollte der Papst, wieder zurück im 260 Kilometer entfernten Rio, ein Krankenhaus besuchen. Am Donnerstag steht das erste Treffen mit den Pilgern des Weltjugendtages beim „Papst-Willkommen“ an der Copacabana an.
Riesiges Mobilisierungsfest
An dem bis Sonntag dauernden
Weltjugendtag nehmen etwa eineinhalb Millionen Pilger teil, darunter auch etwa 560 Österreicher. Zuletzt 2011 in
Madrid organisiert, gilt der
Weltjugendtag als das größte internationale Treffen der
katholischen Kirche. "Wir sind aufgerufen, die Protagonisten einer neuen Welt zu sein. ... Die Welt braucht Jugendliche wie Euch!", rief der Bischof den Teilnehmern zu. Der
Weltjugendtag steht unter dem Motto "Geht hin und macht zu Jüngern alle Völker der Erde", was dem Matthäus-Evangelium entnommen ist.
Rio Erzbischof dankte auch dem emeritierten PapstBenedikt XVI. für die Entscheidung,
Rio als Veranstaltungsort zu wählen. "Wir wissen, dass er (
Benedikt) uns im Gebet begleitet", sagte
Tempesta.
Soziale Proteste
Überschattet wird der Weltjugendtag von den seit Wochen andauernden sozialen Protesten in Brasilien. Nach der Ankunft des Papstes am Montag hatten Hunderte Menschen in Rio gegen die hohen Kosten der Visite protestiert. Viele Demonstranten äußerten sich enttäuscht darüber, dass der Papst in seiner ersten Rede in Rio nicht auf die Proteste eingegangen sei.
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