Der Enkel des Patienten nahm ein Video auf.

┬ę APA/AFP/FAMILY HANDOUT

Gesund

USA: Patient erhielt Todesnachricht von Roboter

Nach Kritik an dem Vorgehen verteidigt das Krankenhaus den Einsatz von Tele-Medizin.

03/11/2019, 11:30 AM

Eine Klinik im US-Bundesstaat Kalifornien muss sich den Vorwurf der Taktlosigkeit gefallenlassen. Ein Patient hatte ├╝ber einen Roboter von seinem bevorstehenden Tod erfahren. Das Krankenhaus verteidigt den Einsatz von Tele-Medizin.

Am vergangenen Wochenende war Ernest Quintana nach Angaben seiner Familie mit einem Lungenleiden in das Hospital in Fremont eingeliefert worden. Sie sei mit ihm alleine im Zimmer gewesen, als eine Krankenschwester gekommen sei und einen Arzt angek├╝ndigt habe, sagte seine Enkelin Annalisia Wilharm am Freitag.

Dann sei ein Roboter ins Zimmer gerollt, auf dessen Bildschirm sei ein ├╝ber Video-Technik zugeschalteter Arzt erschienen. Erst habe sie gedacht, das sei Routine, sagte Wilharm - bis der Arzt mit seiner Diagnose angefangen habe: "So, wir haben Ihre Ergebnisse zur├╝ckbekommen, und es gibt keine Lunge mehr", zitierte sie ihn. Sie habe wiederholen m├╝ssen, was der Arzt gesagt habe, weil ihr Gro├čvater auf dem rechten Ohr schwerh├Ârig gewesen sei. Der Roboter habe zudem nicht auf die andere Bettseite gehen k├Ânnen.

Enkel filmte Situation

Wilharm machte auch ein Video von der Szene. Darin ist zu h├Âren, wie sie ihrem Opa erkl├Ąrt: "Also er sagt, dass dein n├Ąchster Schritt vielleicht eine Hospizversorgung zu Hause ist. Richtig?" Doch sagt der Arzt: "Wissen Sie, ich wei├č nicht, ob er es nach Hause schafft." Er habe wom├Âglich nur noch Tage zu leben.

Quintanas Familie zeigte sich zutiefst verst├Ârt. Die Nachricht, dass ihr Vater keine Lunge mehr habe und am Tropf h├Ąngen werde, bis er sterbe, sollte von einem Menschen ├╝berbracht werden, nicht von einer Maschine, sagte seine Tochter Catherine Quintana. Doch die Klinik verteidigte die Nutzung von Telemedizin. So sei es in der Einrichtung ├╝blich, dass eine Pflegekraft oder ein Arzt w├Ąhrend der Fernberatung im Zimmer sei. Die Technik sei kein Ersatz f├╝r direkte Gespr├Ąche zwischen mit Patienten und deren Verwandten.

Die abendliche Diagnose f├╝r Quintana sei zudem ein Nachklapp zu vorangegangenen Arztbesuchen gewesen, teilte Michelle Gaskill-Hames von der Krankenhausverwaltung in Alameda County mit.

Patient verstorben

Steve Pantilat, Chef der Abteilung f├╝r palliative Medizin an der University of California, nahm die Telemedizin ebenfalls in Schutz. Die Details im vorliegenden Fall kenne er zwar nicht, doch habe die Robotertechnologie schon wahre Wunder f├╝r Patienten und deren Familien bewirkt - gerade wenn einige zu entfernt f├╝r pers├Ânliche Besuche lebten.

Ernest Quintana starb am Dienstag, zwei Tage nach seiner Einlieferung in die Intensivstation. Er wurde 78 Jahre alt.

Jederzeit und ├╝berall top-informiert

Uneingeschr├Ąnkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.

Kommentare

USA: Patient erhielt Todesnachricht von Roboter | kurier.atMotor.atKurier.atKurier.atFreizeit.atFilm.atImmmopartnersuchepartnersucheSpieleCreated by Icons Producer from the Noun Project profilkat