Gesund
07.12.2018

Erste Exoskelett-Therapie Österreichs in Privatklinik Döbling

Mit Hilfe dieses "Anzugs" können Menschen mit Lähmungen gehen: Muskulatur, innere Organe und Kreislauf werden gestärkt.

Im Ordinationszentrum der Privatklinik Döbling in Wien ist die erste Exoskelett-Therapie Österreichs aus der Taufe gehoben worden. Menschen mit eingeschränkter Gehfähigkeit können ambulant und unterstützt von Physiotherapeuten gegen Muskelschwund und Knochenabbau antrainieren. Mehrere Sponsoren unterstützen das Programm, weitere werden gesucht, hieß es in einem Pressegespräch. Der KURIER berichtete bereits im August über diese neue Technik.

Das Exoskelett der US-Firma Ekso Bionics ist ein 27 Kilogramm schwerer, batteriebetriebener, bionischer "Anzug". Seine Motoren bewegen die Beine und ergänzen oder ersetzen Muskelfunktionen. Dank der Hauptsponsoren - Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort, Saturn Österreich, Kapsch AG und Österreichische Lotterien - steht die Therapie seit Donnerstag zur Verfügung. "Nun geht es darum, sie zu einem für alle leistbaren Preis anzubieten", sagte Initiator Gregor Demblin. Der Unternehmensberater, seit einem Unfall selbst querschnittgelähmt, brachte mit seiner Initiative tech2people das Exoskelett nach Wien.

Therapieinnovation: Querschnittsgelähmte testen Exoskelett

Insgesamt seien 300.000 Euro nötig, damit die Therapieeinheit zu einem Preis von 90 statt mehr als 200 Euro angeboten werden kann. Über die Hälfte der Summe ist vorhanden. "Es ist ein gutes Beispiel dafür, wie digitale Innovationen und Fortschritte das Leben der Menschen nachhaltig verbessern können", wurde Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP), deren Ressort 60.000 Euro beigesteuert hat, in der Presseunterlage zitiert.

Der querschnittgelähmte Student Maximilian Pölzl nimmt bereits am Programm teil. "Ich merke, dass sich vor allem meine Ausdauer gebessert hat. Am Anfang konnte ich 2.000 Schritte setzen, mittlerweile bereits 4.000." Hilfreich sei die Therapie auch für Schlaganfallpatienten, die damit wieder gehen lernen können, sagte der Wiener Mediziner Siegfried Meryn.