Genuss
26.04.2018

Menschen liebten früher rohes Fleisch, Erbsen und Bier

Was die Menschen aßen, welche Parasiten sie plagten und welche Tiere sie hielten.

Die Holländer tranken Wein, die Dänen und Litauer lieber Bier. Und generell aß man früher viel rohes oder fast noch rohes Fleisch. Das berichteten Wissenschafter im Fachmagazin Plos One nach der Untersuchung von jahrhundertealten Kotresten aus Latrinen.

Das Team um Martin Söe von der Universität Kopenhagen hatte unter anderem das Erbgut von Parasiten-Eiern untersucht, die sie in den Kotresten gefunden hatten. So schlossen sie etwa auf die Ernährung und die Nutztiere der Menschen in Nordeuropa und im Mittleren Osten zwischen 500 vor und 1700 nach Christus.

Durch DNA-Sequenzierung seien deutlich bessere Resultate möglich als mit mikroskopischen Untersuchungen, die bisher üblich waren, erklärten die Wissenschafter. Sie hatten alte Latrinen in Bahrain, Jordanien, Dänemark, den Niederlanden und in Litauen untersucht. Darin fanden sie Eier zahlreicher Parasiten, darunter vom Spul- und vom Peitschenwurm - beides Parasiten, die den Menschen befallen.

In Nordeuropa stand viel Fisch am Speiseplan

Einige dieser Parasiten werden von Mensch zu Mensch übertragen, andere über tierische Zwischenwirte, etwa Schwein oder Fisch. Aus der Analyse folgerten die Forscher unter anderem, dass auf dem Speiseplan in Nordeuropa Fisch und Schweinefleisch standen, und zwar in so gut wie rohem Zustand. Die Ei-Analyse gab auch Hinweise darauf, dass Schafe, Pferde, Hunde und Schweine als Nutztiere gehalten wurden oder zumindest in der Nähe der Menschen lebten.

Außer den Eiern untersuchten die Forscher pflanzliche und tierische DNA in den Überresten. Das half, auf das Jagdverhalten und die Ernährung der damaligen Menschen zu schließen. In Dänemark wurden der Untersuchung zufolge zwischen 1000 und 1400 nach Christus Finnwale, Rehe und Feldhasen gejagt. Dazu gab es viel Kohl und Buchweizen, aber auch Gerste, Erbsen und andere Hülsenfrüchte sowie Erdbeeren, Pflaumen, Birnen, Rhabarber und Beeren. Erdäpfel und Karotten, die heute in Dänemark häufig auf den Teller kommen, kannte man noch nicht.