Weinlese: "Schönste Trauben seit Jahrzehnten"

Die Topqualität der aktuellen Weinernte bringt Fachleute in allen Weinbau-Bundesländern zum Schwärmen.

Die Superlative gehen dem österreichischen Bundesweinbaupräsidenten Josef Pleil aus, wenn er über die aktuelle Weinernte spricht: Das einzig Durchschnittliche dran ist die Menge. Aber selbst die macht Winzer mit leeren Kellern nach zwei mageren Jahren glücklich. Alles andere bringt Fachleute zum Schwärmen. Pleil: „So gesundes Traubenmaterial haben ich schon Jahrzehnte nicht mehr gesehen.“

Im Bild: Weinlese in Spitz in der Wachau Ich war in allen Bundesländern, habe mit den Winzern gesprochen und die Weingärten angeschaut: Die Trauben sind so schön wie Speisetrauben, die könnte man alle in die Auslage eines Obstladens legen“, freut sich Pleil. Auch mit der Menge ist er recht zufrieden. „Meine Schätzung vom August auf 2,2 bis 2,4 Millionen Hektoliter Wein dürfte sich bewahrheiten“, meint er. Das wäre aus seiner Sicht eine Ernte, die knapp unter dem langjährigen Durchschnitt liegt. Keine Spur gibt es auch von Krankheiten oder Fäule. Lediglich die heuer zahlreichen Wespen hätten da und dort Trauben angestochen.„Mich wundert, dass die lange Trockenheit keine Einbußen gebracht hat. Aber gute Weingartenarbeit und tief reichende Wurzeln alter Stücke haben geholfen“, meint Franz Arndorfer, Kellermeister der größten Genossenschaft Österreich, der Winzer Krems.

Im Bild: 2010 - der Wein war schneller ausgetrunken als man nachschenken konnte. Heuer wird es auch mengenmäßig besser. Auch Heinz Frischengruber, Kellermeister der Domäne Wachau in Dürnstein, ist höchst zufrieden: „Wir haben schon vor längerer Zeit 17 Grad Klosterneuburger (Zuckergehalt der Trauben) gemessen. Das ist viel für diese Zeit. Die aktuelle Sonne wirkt sich auch noch gut auf die Gradation aus.“ 

Im Bild: Lukas Pichler vom Weingut F.X.Pichler bei der Smaragdpräsentation des Jahrgangs 2010. In der Wachau erreicht die Lese diese Woche den Höhepunkt. Ernest Grossauer von der Weinkellerei Lenz Moser in Rohrendorf ist ebenfalls voll des Lobes: „Wir haben schon 18 Grad beim blauen Zweigelt in unserem Weingut in Mailberg gemessen. Das ist durch die frühe Blüte im Mai möglich.“ Beim Veltliner, der zweiten Hauptsorte des Unternehmens, waren es 17 Grad.

Im Bild: Der einzige Feind der Winzer war heuer die gemeine Wespe. „Für so einen Zeitpunkt ist das sehr sehr gut“, sagt Grossauer. Die kalten Nächte sorgen inzwischen für besonderes Aroma.
Dass für die kommenden Wochen mit trockenem Wetter zu rechnen ist, freut besonders auch Erntehelfer: Sie wissen, wie lästig Regen während der Lese sein kann.

Im Bild: Weinlese in Wien Man kann sich also freuen auf den Jahrgang. Demnächst befragen wir Spitzenwinzer über ihre ersten Eindrücke.


Im Bild: Vorzeigewein der Wachauer - der Smaragd
(KURIER) Erstellt am
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