Genuss
06.08.2018

Französischer Starkoch Joel Robuchon ist gestorben

Der "Nouvelle Cuisine"-Wegbereiter starb in Genf. Seine Restaurantgruppe verfügte über die weltweit meisten Michelin-Sterne.

Der französische Starkoch Joël Robuchon starb am Montag in Alter von 73 Jahren in Genf, wie sein Pressebüro in Paris auf Anfrage bestätigte. Robuchon gehörte zu den Wegbereitern der "Nouvelle Cuisine" und führte eine weltweite Gastronomiegruppe. Gourmets in aller Welt trauern um den Visionär.

Robuchons Restaurants kommen zurzeit auf weltweit 24 Sterne im Michelin-Gastronomieführer, wie ein Sprecher des traditionsreichen „guide rouge“ in Paris bestätigte. Kein Spitzenkoch habe mehr. „Er war einer der größten französischen Chefs“, resümierte die Feinschmeckerbibel - Spitzenköche werden „Chefs“ genannt.

In Paris trägt unter anderem das Zwei-Sterne-Haus "L'Atélier de Joël Robuchon - St.Germain" seinen Namen. Robuchon errang 1984 mit seinem damaligen Pariser Gourmet-Restaurant „Jamin“ die Michelin-Topbewertung von drei Sternen. 1990 erhielt er vom Gastronomieführer Gault&Millau den Ehrentitel „Koch des Jahrhunderts“.

Sechs Jahre später kehrte er dann der kleinen und teuren Welt der Drei-Sterne-Tempel demonstrativ den Rücken. Damit wollte er auch einem Dauerdruck entgehen. Mit Kochsendungen im Fernsehen machte er daraufhin die Feinschmecker-Küche im Land populärer. Dann schuf er ein Gastronomiereich, in dem die Sonne nicht untergeht. Häuser gibt es in den USA, in London und in Asien.

Frankreichs Regierungssprecher Benjamin Griveaux würdigte Robuchon via Twitter als visionären "Chef"- so werden in Frankreich Spitzenköche genannt. Er habe von Paris bis Schanghai zur Bedeutung der französischen Gastronomie beigetragen.

Frankreichs Spitzenköche würdigen Robuchon

In den bekannten Küchen des Landes herrschte Trauer. „Der größte Techniker, den die französische Küche wohl gehabt hat“, teilte der Chefkoch des Élyséepalastes, Guillaume Gomez, via Twitter mit. Drei-Sterne-„Chefin“ Anne-Sophie Pic aus dem südfranzösischen Valence erklärte, Robuchon sei - wie Bocuse - ein „Gründervater der französischen Gastronomie“ gewesen. „Ein Tag unendlicher Trauer“, fügte die Starköchin hinzu.

Der Koch Jean Sulpice erinnerte beim Radiosender Franceinfo an das vielleicht bekannteste und einfachste Gericht von Robuchon: „Jedes Mal, wenn ich Kartoffelpüree mache, kann ich mir nicht verkneifen, an ihn zu denken. Weil er uns gezeigt hat, dass die Küche einfach, aber sehr gut ist.“

Erst im Februar war mit Paul Bocuse ein Star und französischen Küche und ebenfalls Mitbegründer der "Nouvelle Cuisine" gestorben (mehr dazu).