Genuss
26.04.2018

Alles im Öl: Das beste Sonnenblumen- und Rapsöl im Test

Raps- und Sonnenblumenöle finden sich in fast jeder Küche: In einem VKI-Test schnitten Kronen Öl und Ja! Natürlich am besten ab.

Warum immer nur Olivenöl geprüft wird, wollten Abonnenten der Redaktion des Konsument wissen. Also testete der Verein für Konsumenteninformation (VKI) zehn Rapsöle und fünf Sonnenblumenöle – davon waren nur fünf Bio-zertifiziert, jedoch stammte jedes zweite aus heimischer Produktion. 100 Prozent Österreich stecken im Rapsöl von Testsieger Kronen Öl und im Sonnenblumen-Öl von Ja! Natürlich.

Um aus Rapssaat oder Sonnenblumenkernen Öl zu pressen, gibt es verschiedene Verfahren. Allerdings sucht man Hersteller-Infos meist vergeblich auf den Flaschenetiketten. Raffiniertes Öl ist hellgelb bis fast farblos, riecht unauffällig und schmeckt neutral. Es wird bei über 100 Grad gepresst, um die Ausbeute zu erhöhen. Anschließend werden Geruchs-, Geschmacks- und Farbstoffe aus dem Öl entfernt. Viele Vitamine, Aromen und sekundäre Pflanzenstoffe gehen bei diesem Verfahren verloren.

Kalt gepresste und native Öle zeigen laut der Konsumentenschützer Farbe: Vor allem Rapsöl ist intensiv gelb und schmeckt kräftig würzig. Sonnenblumenöl mundet kernig-fruchtig bis nussig. Durch die niedrigen Temperaturen beim Kaltpressen bleiben Vitamine, Aroma- und sekundäre Pflanzenstoffe weitgehend erhalten. Aber auch mögliche Schadstoffe aus der Saat bleiben im Öl.

Rückstände im Labor: Nur ein Ausreißer

Im Labor suchten die Konsumentenschützer nach Mineralölrückständen, 3 MCPD-Ester und Glycidyl-Fettsäureester sowie Weichmachern und polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK): Es war kaum etwas nachweisbar, also Top-Ergebnisse.

In der aktuellen Untersuchung gab es lediglich einen "Ausreißer": Das kalt gepresste Sonnenblumenöl von Spar Natur pur hat, verglichen mit der Konkurrenz, den höchsten Gehalt an polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen. In diesem Öl wurde der Höchstgehalt, den es für die Summe einzelner PAKs gibt, zu 30 Prozent ausgeschöpft. Damit reichte es in der Reihung nur für den letzten Platz, aber immer noch für ein durchschnittliches Testurteil.

Mit kalt gepresstem Öl Fleisch anbraten?

Raffiniertes Rapsöl ist hitzestabil bis über 200 Grad und eignet sich hervorragend zum Braten, Backen und Frittieren. Kalt gepresstes Rapsöl verträgt weniger Hitze, der Rauchpunkt liegt hier bei etwa 130 Grad. Wenn es zum Marinieren von Fleisch verwendet wird, sollte das Fleisch schonender gebraten werden.

Raffiniertes Sonnenblumenöl eignet sich zum Braten weniger gut, da es instabiler ist und mehr spritzt als Rapsöl. Soll es trotzdem zum Braten und Frittieren eingesetzt werden: Es gibt ölsäurereiche Sonnenblumenöle (High Oleic), die auch als Bratöle verkauft werden.

Tipp: Die detaillierten Test-Ergebnisse finden sich in der Mai-Ausgabe des Magazins Konsument.