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Genuss
11/05/2019

Zuckersüße Paradeissoße: Frechste Werbelüge des Jahres?

Zur Wahl zum Schmähpreis Goldenen Windbeutel stehen etwa eine Paradeissoße, ein Baby-Karottensaft und Wasabi-Nüsse.

Teurer Karottensaft und zuckrige Paradeissoße: Die deutsche Verbraucherschutzorganisation Foodwatch hat die "dreisteste Werbelüge des Jahres" gesucht und für den Schmähpreis Goldener Windbeutel fünf Produkte nominiert. Mit dabei sind eine Paradeissoße für Kinder von Zwergenwiese, ein Karottensaft für Babys von Hipp, der Drink Yakult, ein Corny Riegel von Schwartau sowie Wasabi-Erdnüsse von Rewe.

Verbraucher können ab sofort und noch bis zum 1. Dezember unter www.goldener-windbeutel.de ihren Favoriten wählen.

"Egal ob im Bio-Supermarkt oder im Discounter: Überall werden Verbraucherinnen und Verbraucher mit fiesen Werbelügen in die Irre geführt", kritisierte Foodwatch am Dienstag die Hersteller. Die Organisation sprach von "Fitness-Schwindel" und "Pseudo-Wissenschaft" und kritisierte vor allem versteckte Preiserhöhungen scharf.

Bei der Paradeissoße kritisierte Foodwatch, dass sie den Eindruck erwecke, sie sei kindgerecht, obwohl sie mit fast 20 Gramm Zucker mehr als doppelt so viel davon enthalte wie die normale Soße. Der Karottensaft von Hipp für Babys habe eine neue Verpackung erhalten und sei dabei um 95 Prozent teurer geworden, die Wasabi-Nüsse enthielten nur 0,003 Prozent des Gewürzes und ansonsten Aromen und Farbstoffe.

Der Riegel Corny Protein Lower Carb erwecke den Eindruck eines "gesunden Produkts für Sportler" - enthalte aber eine Menge Zucker, Fett und Kohlenhydrate, kritisierte Foodwatch. Diese vier Produkte gehen auf Einreichungen von Verbrauchern zurück, die mehr als 200 Produkte vorschlugen, der Yakult-Drink wurde von Foodwatch direkt nominiert. Bei diesem Produkt kritisiert die Organisation, dass die beworbenen "positiven Effekte auf die Darmgesundheit" nicht wissenschaftlich belegt seien, außerdem koste das Getränk 8,40 Euro pro Liter.

Hipp erklärte auf Anfrage zu dem Karottensaft, die Angabe einer Preiserhöhung von 95 Prozent könne das Unternehmen "nicht bestätigen", stattdessen habe Hipp im April eine Preisanpassung von 62 Prozent vorgenommen. Diese habe verschiedene Ursachen gehabt, etwa die "massiv gestiegenen Rohwarenkosten". Alle anderen Hersteller äußerten sich zunächst nicht zu der Nominierung ihrer Produkte.

Der Negativpreis Goldener Windbeutel wird zum neunten Mal vergeben. In der Vergangenheit ging er unter anderem an einen Babykeks von Alete und an das Smartwater von Coca-Cola.