Ein Hund liegt aufmerksam zwischen Spielbällen.

Tiercoach: So verwöhnen Sie Ihren Vierbeiner richtig

Der KURIER-Tiercoach weiß, was Hund, Katze und Kaninchen am „Liebe Dein Haustier-Tag“ erfreut.

Haustierbesitzer haben ihren eigenen Valentinstag. Auf den 14. Februar, an dem Menschen einander seit Jahrhunderten ihre Zuneigung bestätigen, folgt seit 2006 der „Liebe Dein Haustier-Tag“. Ausgehend von den USA wird der inoffizielle Feiertag alljährlich am 20. Februar zelebriert. Am „Love Your Pet Day“ sind Halter aufgerufen, den tierischen Familienmitgliedern – ob haarig, gefiedert, mit Schuppen oder Flossen – besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Wie die Initiatorin Colleen Paige, US-Tierschützerin und Lifestyle-Expertin, betont, kann das von Leckerlis bis zu mehr gemeinsamer Zeit reichen.

Die Expertin warnt vor Vermenschlichung tierischer Wünsche

„Natürlich genießen es Haustiere, verwöhnt zu werden. Die Frage ist aber, wodurch das wirklich gelingt“, sagt Zoodoc Katharina Reitl. Der KURIER-Tiercoach erklärt, wie Vierbeiner Freude ausdrücken, und wann das Verwöhnen die gut gemeinte Absicht verfehlt.

„Manch Haustierbesitzer neigt dazu, das Verwöhnprogramm zu vermenschlichen“, sagt Reitl. Wer selbst gerne fein speist, denkt beim Verhätscheln von Hunden eventuell an eine Delikatesse im Napf. Dabei vertilgen die Schlinger den Lachs oft, ohne dass der überhaupt den Gaumen berührt. 

Wer Wert auf ein gepflegtes Zuhause legt, besorgt für die Katze vielleicht ein neues Körbchen. Dabei liegt der Stubentiger am liebsten im Wäschekasten. 

Wer Basteln mag, will unter Umständen Spielzeug selbst herstellen. Dabei schätzt der Vierbeiner viel mehr die Zeit mit dem alten Lieblingsteil.

Liebesbeweise müssen nicht teuer sein

„Halter sollten bedenken, dass sich ihre Wertigkeiten von jenen des Haustiers unterscheiden“, sagt die Tierärztin aus der Ordination Tiergarten Schönbrunn. Das gilt nicht zuletzt für Produkte aus dem Fachhandel. Wer freut sich wohl mehr über die neue Bürste? Wem gefällt die ersetzte Holzbrücke im Kleintierkäfig besser? Zuneigung kann nicht erkauft werden; Verwöhnen muss keinesfalls teuer sein.

Kaninchen sind mit frischen Kräutern oder Löwenzahn aus dem Garten mehr als zufrieden“, sagt der Zoodoc. Liebe geht durch den Magen. Hunde wiederum begeistern sich durchaus auch für die üblichen Häppchen aus der Futterschüssel, wenn sie mit mehr Ansprache und Zuwendung angeboten werden. 

Generell spiele Zeit beim Verwöhnen eine wichtige Rolle. Ein ausgedehnter Spaziergang in der Natur oder ein intensives Spiel mit der Federangel sind willkommene Abwechslung im Alltag.

Die Körpersprache zeigt an, ob ein Vierbeiner zufrieden ist

„Streicheln kann selbst bei Kaninchen unter Verwöhnen fallen“, sagt Reitl. Jedes Haustier ist individuell. Doch müssten Besitzer dabei sehr genau auf die Körpersprache achten. 

Der KURIER-Tiercoach beschreibt: „Wenn Körperhaltung, Haut und Augen des Vierbeiners entspannt sind, genießt der Schützling die Zuwendung.“ Auch zufriedenes Schnurren bei Katzen und freudiges Schwanzwedeln bei Hunden zeigen Wohlbefinden an. Zwangsbeglückung ist immer unangebracht.

KURIER Tiercoach

Der KURIER-Tiercoach Frau Dr. Katharina Reitl aus der Tierärztlichen Ordination Tiergarten Schönbrunn gibt exklusiv für den KURIER regelmäßig Tipps zur Haustierhaltung.

Hedwig Derka

Über Hedwig Derka

Hedwig Derka, geboren 1966 in Wien, seit 1996 Redakteurin beim KURIER. Spezialgebiet: Tiere. Lieblingsthemen: Wissenschaft und nutzloses Wissen. Lieblingsbeschäftigung außer Dienst: Meine kleine und große Familie. Noch Fragen? Interessante Geschichten? Nutzloses Wissen? eMail an mich: hedwig.derka@kurier.at

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