© Getty Images/iStockphoto/Denisfilm/iStockphoto

freizeit
04/29/2021

Erotische Playlist: Die besten Songs für Liebe und Sex

Was wäre die Welt ohne „Love Songs“? Ob aus einem engen Tanz dazu tatsächlich Liebe oder schlicht nur spontane Lust wurde, ist am Ende egal. Hauptsache, wir haben es gespürt.

von Gabriele Kuhn

Es war einer dieser vielen Lockdown-Abende, mit dem immer gleichen „Alles wird gut“-Ritual: Erst kochen, dann essen und danach bei einem Achtel Wein den Tag loslassen. Mittendrin – das spontane Bedürfnis nach guter Musik. Diesmal kein Mozart, auch nicht Beethoven, keine rauchige Stimme von Diane Krall und auch nix 1970er-Psychedelisches, um für Momente aus der Zeit zu fallen, während die Nudeln auf dem Herd dahinblubbern. Nein, was anderes: diese Playlist von Apple, die zum Sugo und zur Stimmung passte: Zeitlose Lovesongs. Musik ab! Und mit jedem neuen Song andere Assoziationen von längst vergangenen Tanzerlebnissen.

Dieses zögerliche Annähern bei den ersten Takten eines Songs, um bald aneinander zu picken wie zwei hauchdünne Blätter von der Kalbspariser. Der ineinander verschlungene Atem, das Heiße, Feuchte, die Intensität der Körpergerüche. Die Frage, wie das alles riechen würde, wäre man nicht so verdammt nervös. Das akute Bedürfnis nach einem Deo, aber nur Sekundenbruchteile lang, um sich im „Ist doch wurscht“-Meer zu verlieren. Oder das Verstecken des Kaugummis im linken hinteren Viertel des Mundes, damit es beim Schmusen nicht zur spontanen Gummiflucht kommt. Allenfalls eine leichte Verhärtung im Schritt des Tanzpartners spüren, während das eigene Flirren in Bauch und Unterleib dermaßen unerträglich wird, dass eine innere Stimme raunt: Petting?! Jetzt! (Petting, welch ein Wort, gibt’s das überhaupt noch?) Und dann diese irren Zungenküsse, bei denen man den Eindruck bekam, es ginge um eine Wette: Wer berührt das Gaumenzapferl des anderen als erstes? Heute frage ich mich: Warum haben wir so geküsst? Weil wir nix anderes hatten? Wo war die Kuss-Raffinesse? War das modern? In diesem Kontext sei auch der „Zuzelfleck“ erwähnt, der Knutschfleck. In meinem damaligen Freundinnenkreis sprach man gerne über den diesbezüglichen Only-you-Effekt: Offenbar animierte vor allem dieser Song der „Platters“ viele Burschen, sich wie ein Blutegel am Hals der Tanzpartnerin festzusaugen. Gekommen, um zu bleiben.

Chance auf ein Date?

Dass diese Art von Musik auch sonst gut wirkt, ist inzwischen wissenschaftlich belegt. Französische Forscher berichteten davon, dass ein Soundteppich aus romantischen Songs für Männer die Chance auf ein Date erhöht. Sogar das Lied mit dem stärksten Romantik-Effekt wurde, wissenschaftlich fundiert, gewählt: Make You Feel My Love von Adele. Da geht’s um Rhythmus, Text, Synkopen und Tempo als Gesamtkunstwerk, das zu Herzen geht. Der Sänger Nick Cave wurde von Fans einmal gefragt, was Liebeslieder für ihn bedeuten. Er antwortete: … vielleicht sind Songs die Sprache der Liebe. Vielleicht haben wir sie erschaffen, um diesem seltsamen, unergründlichen Gefühl, das an uns und unseren Leben zerrt, eine Stimme zu geben. Ich weiß es nicht. Vielleicht sind manche Songs die Verkörperung von Liebe und berühren uns deshalb so sehr. Sie sind einfache, direkte, aufrührerische Mittel, die unsere Herzen in Stücke reißen … Nein, nicht jedes getanzte Liebeslied war den großen Gefühlen geschuldet, sondern Ausdruck von Lust. Mitunter wurde etwas daraus, oft aber blieb es beim Tanz, weil sich das Gefühlte außerhalb der Melodie und abseits des Cola-Rotweins komisch anfühlte. Manchmal entstand daraus tatsächlich Liebe.

Übrigens: Auf erwähnter Playlist finden sich Songs wie You Are So Beautiful (Joe Cocker), I Only Have Eyes for You (The Flamingos) oder Can’t Help Falling In Love Again (Elvis Presley). Wie auch immer: Tanzen Sie! Zu zweit, allein, aber tanzen Sie!

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Um diesen Artikel lesen zu können, würden wir Ihnen gerne die Anmeldung für unser Plus Abo zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diese anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.