freizeit | Salz und Pfeffer
03.11.2018

Florian Holzers Restauranttest: Stellas

Noch kleiner, aber noch viel lebendiger.

Als Martina Kraler und Rodschel Rachnaev vor 16 Jahren ihr „Gaumenspiel“ eröffneten, schufen sie damit quasi eine für Wien neue Lokal-Kategorie, nennen wir sie „entspanntes Alltags-Gourmet-Restaurant“. Und weil die Ambition immer größer wurde (zuletzt zwei Hauben), starteten die beiden 2012 gleich daneben das „St. Ellas“, noch etwas entspannter, mit Cocktail-Bar und Fokus auf gegrilltem Rindfleisch. Nun wurde vergangenes Jahr allerdings das Haus, in dem sich das beliebte Grill-Lokal befand, abgerissen, weshalb Kraler und Rachnaev beschlossen, aus dem „Gaumenspiel“ ein „St. Ellas“ zu machen, beziehungsweise ein Mittelding aus den beiden, und es „ Stellas“ zu nennen: Das Lokal wurde kleiner, aber auch sehr viel lebendiger, die Küche schrumpfte und demgemäß auch die Karte. Die Linie blieb allerdings gleich: ein paar lustige Vorspeisen aus dem mediterran-asiatischen Schnittfeld und feine Grilladen von Fleisch und Fisch. Die Kalbsstelzen-Gioza schmecken köstlich, wären mit bissfesterer Fülle noch besser  (9 €), die mit Spitzkraut gefüllten, gegrillten Kalamari sind eine sehr gelungene Kreation (12 €), auch das Beef Tataki mit Rettich und Ponzu-Marinade gelingt großartig (12 €). Die Thuna Sashimi Pizza, eigentlich ein Flammkuchen, ist immer noch so gut wie einst im „St. Ellas“ (12 €) und an der Grill-Ente vom Drehgrill wird noch ein bisschen getüftelt, die schmeckt zwar schon super, kann aber noch etwas mehr Sexiness vertragen (16 €). Der Service ist top, die Wein-Bestände des „Gaumenspiel“ gibt es noch und die Atmosphäre ist großartig. Definitiv keine Verschlechterung. Und demnächst dann noch ein „Stellas“ …

Stellas,
Wien 7, Zieglerg. 54
Tel: 01/526 11 08,
Mo-Fr 17-1,
www.stellas.at

Bewertung:
   Küche: 28 von 35
   Keller: 7 von 10
   Service: 15 von 15
   Atmosphäre: 14 von 15
   Preis/Wert: 16 von 20
   Familie: 2 von 5
Gesamt: 82 von 100

florian.holzer@kurier.at