freizeit | Salz und Pfeffer
24.11.2018

Florian Holzers Restauranttest: Lokvogel

Vorweihnachtlicher Pop-up von Barbara Eselböck un Alain Weissgerber

Nach dem „Supersense“ 2015 und dem „Brieftaubenkobel“ in der Alten Post im Vorjahr übersiedeln Barbara Eselböck und Alain Weissgerber heuer zum dritten Mal zwecks des vorweihnachtlichen Pop-ups nach Wien. Wobei die Location diesmal die bisher eindrucksvollste sein dürfte: Die ehemalige Remise der Badner Bahn an der Meidlinger Eichenstraße, die zukünftig als Ausstellungshalle inmitten eines neuen Wohnbaukomplexes dienen soll, ist bis 23. Dezember das wohl ungewöhnlichste Gourmet-Restaurant der Stadt. Die „Taubenkobel“-Macher installierten in der riesigen Waggon-Garage eine temporäre Küche, eine Bar samt Würstelstand (hier kann man den „ Lokvogel“ auch ohne Reservierung miterleben) und in Kooperation mit einer Vorarlberger Künstler-Gruppe eine überdimensionale Friedenstaube. Und gekocht wird natürlich auch, ein Menü, das man entweder sieben- (98 €) oder neungängig (138 €) ordern kann und das sich – anders als beim vorjährigen Pop-up, als „französische Klassik“ das Thema war – wieder sehr Taubenkobel-typisch gibt: mit Räucherforelle gefüllter Chicoree im Distelsud, kühl, frisch und fein, klare Entensuppe mit knusprigem Pilz-Cracker, rote Rübe mit Räucheraal-Füllung und geraspelter Gänseleber, pochiertes Ei in sagenhaft guter Erdäpfel-Creme mit weißer Trüffel (9 €/Gramm), ein perfekter Trüffel-Gang, wunderbar knusprig gebratenes, in der Salzgrotte gereiftes Kalb in Kümmelnage und ein definitiv ins schlaraffische tendierendes Dessert-Buffet. Klar, billig ist anders, aber das ist wirklich tolles Essen in einem wirklich außergewöhnlichen Rahmen.

Lokvogel,
12., Eichenstr. 2,
Tel: 02684/2297,
lokvogel@taubenkobel.at,
bis 23.12. Mo-Sa ab 18 Uhr,
www.lokvogel.at

Bewertung:
   Küche: 32 von 35
   Keller: 8 von 10
   Service: 13 von 15
   Atmosphäre: 15 von 15
   Preis/Wert: 15 von 20
   Familie: 2 von 5
Gesamt: 85 von 100

florian.holzer@kurier.at