© EPA/ETIENNE LAURENT

freizeit Mode & Beauty
08/19/2020

Wie das "Strawberry Dress" zum Phänomen wurde - und eine Debatte auslöste

Plus-Size-Model Tess Holliday wirft der Modebranche wegen des neuen Kult-Kleids Doppelmoral vor.

Es besteht aus rosa Tüll, ist übersät mit Glitzer-Erdbeeren und bedient mit seinen Rüschen, Puffärmelchen und der Taillenschnürung den „Cottagecore“-Trend: Das „Strawberry Dress“ der jungen kosovarischen Designerin Lirika Matoshi avancierte über die Videoplattform Tiktok trotz seines Preises von knapp 500 Dollar zum begehrtesten Kleid des Sommers. Videos von Tiktok-Stars, die das Kleid auspacken und anprobieren, verzeichnen mehrere Millionen Views, Medien wie Vogue und New York Times widmeten dem textilen Shootingstar ganze Artikel.

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Jetzt hat der Tülltraum auch noch eine Gesellschaftsdebatte – bzw. eine Diskussion um Schönheitsideale – entfacht. Auslöser war das US-Plus-Size-Model Tess Holliday, das das Strawberry Dress bereits im Jänner getragen hatte – und nach dem Auftritt auf dem Red Carpet mit schlechten Stil-Noten bedacht wurde. „Plötzlich findet es jeder toll, weil es ein paar dünne Menschen auf Tiktok anhaben“, twitterte sie Anfang der Woche Bezug nehmend auf den Erdbeer-Hype. Und legte nach: „Die Gesellschaft hasst Dicke, vor allem, wenn sie gewinnen.“

Als eine der prominentesten Aktivistinnen der Body-Positive-Bewegung in den sozialen Medien macht die 35-Jährige unter dem Hashtag #effyourbeautystandards immer wieder auf fatphobia (Diskriminierung von dicken Menschen) bzw. thin privilege (Bevorzugung und Privilegien schlanker Menschen, die dem gängigen Ideal entsprechen) aufmerksam. Kritiker werfen ihr und anderen Aktivistinnen vor, ein ungesundes Körperbild zu propagieren (Holliday trägt Größe 52).

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Zum Schweigen gebracht

Hollidays Twitter-Aufschrei stieß auf viel Zustimmung in der Community und kam zur rechten Zeit: Erst kürzlich erntete die Foto-App Instagram harsche Kritik, weil das Foto des halb nackten schwarzen Plus-Size-Models Nyome Nicholas-Williams von der Plattform gelöscht wurde. Die Empörung war groß, die Black-Lives-Matter-Proteste haben das Klima zusätzlich aufgeheizt. „Jeden Tag sind auf Instagram Millionen Bilder von sehr nackten, mageren weißen Frauen zu finden“, verteidigte sich Nicholas-Williams im Guardian. „Aber eine dicke schwarze Frau, die ihren Körper feiert, ist verboten? Es war schockierend für mich. Ich fühle mich zum Schweigen gebracht.“

Designerin Matoshi freut sich indes über den Hype um ihr verträumtes Strawberry Dress. Von Juli auf August sei die Nachfrage um 738 Prozent gestiegen, meldete die New York Post – nach den vergangenen Tagen wird es wohl weiter aufwärtsgehen.

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