© Gisa Golpira

freizeit Mode & Beauty
05/04/2020

Goldnugget-Schmuck: Jedes Stück ein Unikat aus dem Dschungel

Ihre Kindheit verbrachte Gisa Golpira fernab der Zivilisation. In Papua-Neuguinea suchen ihre Eltern bis heute nach Goldnuggets – aus denen Stücke mit Seele entstehen.

von Maria Zelenko

Es klingt abenteuerlich, wenn Gisa Golpira von ihrer Kindheit spricht. „Ich bin weit weg von der Zivilisation groß geworden. Bis zu meinem achten Lebensjahr habe ich im Dschungel gelebt“, erzählt die Deutsche. Nach der Scheidung ihrer Eltern lernte die Mutter einen Goldgräber kennen und nahm ihre damals dreijährige Tochter mit nach Peru.

„Bis zu zehn Monate im Jahr sind wir dort auf Expedition gewesen, um Gold zu sammeln“, sagt die heute 35-Jährige. „Man kommt mit dem Hubschrauber mitten im Nichts an, baut sein Zelt auf und muss dann erst einmal dafür sorgen, dass es in den kommenden Monaten etwas zu essen gibt.“

Statt mal eben schnell zum Supermarkt zu gehen, ernährte sich die Familie von selbst angebautem Mais, Salat und anderem Gemüse. Dazu kam Fisch auf den Teller – und die eine oder andere Schlange. Für Golpira etwas vollkommen Normales: „Wenn sich nichts anderes anbietet und sie sich im Fischernetz verfangen hat, ist sie nun mal eine gute Eiweißquelle.“

Unwissen über Wert

Die Goldnuggets, die sie mit der Pfanne aus dem Fluss wuschen, wurden damals fast ausnahmslos eingeschmolzen. „In den Neunzigerjahren wusste noch niemand, wie wertvoll und selten sie eigentlich sind“, erinnert sich Golpira. Heute ist bekannt, dass weniger als zwei Prozent des weltweiten Goldes als Nuggets vorkommt.

Mit acht Jahren ging es für Gisa Golpira zurück in ein Leben, das sie bis dahin nicht gekannt hatte: „Meine Mutter hat mir im Dschungel das Schreiben und Lesen beigebracht. Aber für eine solide schulische Ausbildung musste ich trotzdem zurück nach Deutschland zu meinem leiblichen Vater.“

Jedes Stück ein Unikat

Die Düsseldorferin wurde später Einkäuferin im Modebereich, während ihre Mutter und ihr Stiefvater weiterhin den Großteil des Jahres mit der Suche nach Gold verbrachten. Den Job schmiss sie schließlich hin. „Ich wollte etwas Eigenes machen“, erinnert sich die 35-Jährige.

Die Idee, dass ihre Mutter Schmuck aus den Nuggets herstellen könnte, stand schon länger im Raum, nachdem Golpira von ihr als Kind eine Kette mit einem herzförmigen Nugget geschenkt bekommen hatte. Das Konzept setzte sie nach der Kündigung schließlich selbst um.

Heute fertigt Golpira für ihr gleichnamiges Label Ketten, Ringe und Armbänder aus den Fundstücken ihrer Eltern, die mittlerweile in Papa-Neuguinea leben. Jedes Schmuckstück ist ein Unikat, nachbearbeitet werden die Goldnuggets nicht. „Eine glatte Oberfläche zeigt, dass sie viel im Fluss gewandert sind“, erklärt die Designerin.

„Das ist das Besondere: Jedes Einzelne ist Millionen Jahre alt und von der Natur geformt.“ Die Kreationen verändern sich auch an der Trägerin noch weiter: „Das Goldstück wird durch die Feuchtigkeit der Haut über die Zeit hinweg langsam poliert. Es ist ein Schmuckstück, das mit einem mitwächst.“

Sie selbst merke, dass die Nachfrage nach nachhaltigen, außergewöhnlichen Stücken stetig steige. Das wohl größte Kompliment, das man Gisa Golpira machen kann: „Wenn Menschen, die eigentlich keinen Schmuck mögen, etwas von mir tragen. Aufgrund der besonderen Geschichte dahinter fühlen sie sich mit ihm verbunden.“

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