Post-Holiday-Blues: Wie man nach den Feiertagen wieder in Tritt kommt

Im Büro gehen verschwommene Personen vorbei, während andere an einem Tisch sitzen.
Warum der Jahresstart vielen schwerfällt und der Feiertagsmodus mehr auslöst, als man auf den ersten Blick denkt.

Als ob es einem der lang dauernde Jänner nicht ohnehin schon schwer genug machen würde, sich ins neue Jahr einzuschwingen: Vorbei ist jetzt die Zeit des Feierns, das Hineingleiten ins neue Jahr und das in den Tag Hineinleben in den Weihnachtsferien.

Mit dem heutigen 7. Jänner geht es für viele unweigerlich zurück in den Arbeits- oder Schulalltag. Die Rückkehr geht oft nicht so friktionsfrei über die Bühne, wie erwartet – statt Tatendrang verspürt man ein Stimmungstief.

Lustlosigkeit

Das Phänomen ist häufiger, als man denken könnte und ähnelt dem in der Psychologie bekannten „Post-Holiday-Syndrom“. Oft wird es auch als „Post-Holiday-Stress“ oder „Post-Holiday-Blues“ bezeichnet. Mitunter ist auch von „Back-to-work-Blues“ die Rede. Sogar ein eigener Hashtag findet sich dafür in den sozialen Medien, um die Gefühle rund um den Arbeitsbeginn zu kommunizieren.

Die Symptome ähneln einander allerdings: Am ersten Arbeitstag oder schon am Abend davor sinkt die Laune, Frustration und ein Gefühl von Wehmut können sich einstellen. In der Arbeit fühlen sich die Betroffenen unkonzentriert, langsam und mitunter sogar überfordert.

Wie ist das möglich, wo man sich doch im Idealfall zwei Wochen erholen konnte? „Nach einer längeren Pause ist es normal, dass Motivation und Konzentration geringer sind, als erwartet“, beruhigen Experten von Psychology Today. Gerade die Feiertage rund um Weihnachten und der Jahreswechsel bringen den natürlichen (Arbeits-)Rhythmus durcheinander.

Einerseits werden die Tage langsamer und gemütlicher angegangen, andererseits fördern Familien- und Freundestreffen üppige Feiern und wenig Schlaf. Dazu kommt, dass positive Emotionen und schöne Erlebnisse in diesem Kontext nun vorbei sind, zumindest in der persönlichen Wahrnehmung enden sie abrupt. Ob das tatsächlich so ist oder nicht – in der anderen Waagschale liegen besonders im Jänner bei vielen neue Aufgaben und Projekte. Und das kann der Erholung durchaus einen Dämpfer geben.

Hinter den Symptomen steckt aber laut Experten noch mehr. Volle Leistung ist gefragt, aber der Organismus befindet sich noch in einer kognitiven und emotionalen Umstellungsphase. Eine im Journal of Occupational Health Psychology veröffentlichte Studie zeigte 2017: Die Unterbrechung der Arbeitsroutine und die anschließende Rückkehr zu hohen Anforderungen belastete messbar die emotionalen und kognitiven Ressourcen der Studienteilnehmer.

Die Forschenden kamen zum Schluss, dass die Aufnahme der Arbeit mit voller Intensität die Ressourcen überlasten kann – und das verstärke das Gefühl von Stress und ineffizient. Ebenso braucht das Gehirn nach einer urlaubsbedingten Verbesserung des Wohlbefindens auch Zeit, sich neu zu orientieren.

Gelassenheit

Eine Umfrage unter 2.000 Britinnen und Briten ergab vor einigen Jahren etwa, dass der Großteil der Befragten durchschnittlich vier Tage braucht, um wieder in den gewohnten Arbeitsmodus nach Weihnachten und Silvester zu finden. Daher ist die wichtigste Empfehlung gegen das Post-Holiday-Syndrom: Geduldig sein.

Generell brauche man pro Woche Auszeit einen Tag, um wieder im Arbeitsalltag anzukommen, betonen Psychologen. In der BBC rät man etwa, dem Jänner trotz Startschwierigkeiten mit Gelassenheit zu begegnen, den Monat als Übergangsphase zu betrachten und Druck herauszunehmen. Denn jeder Jänner geht vorbei, und dann klappt es auch mit der Motivation.

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