Von Make-up bis Drogen: Der Einfluss von "Euphoria"
Auf der Silvesterparty trägt Maddy Perez ein schwarzes Minikleid mit Cut-out des Labels Akna. Kurz nach der Ausstrahlung (2. Staffel, 1. Folge) war es überall ausverkauft. Dazu stiegen die Online-Suchanfragen nach „black cut-out dresses“ um 890 Prozent. Das Kleid ist damit ein Paradebeispiel des „Euphoria-Effekts“: Es reicht ein einzelner TV-Auftritt, um im Universum der Generation Z einen Trend zu setzen.
Tiktok-Videos und Instagram-Clips aus der Serie, die ausschließlich mit Kostümen und Make-up zu tun haben, tragen massiv dazu bei, dass sich der Einfluss der Erfolgsproduktion noch verstärkt.
Popkulturelles Ereignis
Dabei hatte man sich anfangs lediglich am Drehbuch einer israelischen Serie orientiert. In „Euphoria“ wird schonungsloser Realismus mit der poetischen Off-Erzählung von Rue (Hauptdarstellerin Zendaya) gepaart. Selbst die Macher der TV-Show waren vom enormen Erfolg überrascht, die zum popkulturellen Ereignis wurde. 16,3 Millionen Zuschauer erreichte die zweite Staffel pro Episode, womit sie zu den erfolgreichsten HBO-Produktionen seit fast zwei Jahrzehnten zählt. Laut X (ehemals Twitter) wurde sie zum meistgetwitterten TV-Format des letzten Jahrzehnts, mit über 34 Millionen Tweets allein in den USA.
Hauptdarstellerin Zendaya (rechts) erzählt aus dem Off.
Glitzertränen und Miu Miu
Neben der Fashion der Nullerjahre und Labels wie Mugler, Poster Girl oder Miu Miu, die plötzlich trendeten, ist es vor allem das Make-up, das gerne kopiert wird. Glitzertränen, Neon-Lidschatten und Strass-Steine unter den Augen wurden zum Markenzeichen der Serie.
Euphoria Staffel 2
Tonangebend ist hier ebenfalls vor allem Maddy Perez alias Alexa Demie. Laut Fashionunited zählt sie zu den einflussreichsten Serienfiguren für Mode überhaupt. Über 221.000 Suchanfragen gab es alleine zu ihren Outfits und Make-up-Looks.
Geänderte Ansichten
Und auch Einstellungen beeinflusst die Teenie-Serie, wie eine Untersuchung der University of Vermont mit 564 Teilnehmern im Alter zwischen 18 und 25 Jahren ergab. Die jungen Zuschauer hatten nach Rezeption der Serie messbar andere Anschauungen zu Drogen.
Sie waren danach eher der Meinung, dass Sucht durch äußere Umstände entsteht und nicht nur persönliche Schwäche ist. Gleichzeitig stieg die Unterstützung für Therapieprogramme oder Präventionsmaßnahmen anstatt strafrechtlicher Verfolgung.
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