Tory Burch Fall/Winter 2026 auf dem Laufsteg in New York

Die Amerikaner sind zurück: Wieso Ralph Lauren und Co. boomen

Vor einigen Jahren noch als langweilig abgetan, feiern tragbare und klassische US-Labels wie Ralph Lauren ein Comeback.

Schwarzer Rollkragenpulli, brauner Trenchcoat und Loafers. So zeigt sich die Schauspielerin Sarah Pidgeon gerade in „Love Story“ als Carolyn Bessette-Kennedy. Der Liebesgeschichte von John F. Kennedy Jr. und der Neunzigerjahre-Stilikone wurde eine Miniserie (auf Disney+) gewidmet. 

Spezielles Augenmerk wird dabei auf die Outfits von Bessette gelegt. War sie doch damals die PR-Agentin für Calvin Klein und präsentierte die puristische Ästhetik dieser Ära wie keine andere.

Kennedy-Vorbilder

Die Looks der New Yorker Fashionqueen, die 1999 mit ihrem Mann bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam, sind gerade heute eine Blaupause für Influencerinnen und Trendsetter. Denn leiser Luxus, der Stil des alten Geldadels und die alltagstauglichen High-End-Labels aus New York haben wieder ihre große Zeit.

Galt die Fashion Week des Big Apple mit ihren traditionellen Namen vor einigen Jahren noch als angestaubt, zu bürgerlich und langweilig, sind es nun gerade Ralph Lauren, Tory Burch und Michael Kors, die sich wieder mit einem Coolness-Faktor rühmen können. In wirtschaftlich und politisch unsicheren Zeiten setzt man in der Mode verstärkt auf Understatement und Beständigkeit, so die Theorie von Soziologen wie Georg Simmel.

FASHION-US-WOMEN-RALPH-LAUREN

Ralph Lauren Fall/Winter 2026/2027: Betonung auf die Schultern, robuste Materialien. 

©APA/AFP/ANGELA WEISS
FASHION-US-KORS

Michael Kors setzt auf tragbare Glamour-Outfits. 

©APA/AFP/ANGELA WEISS
46-222776627

Rachel Scotts neue Entwürfe für Proenza Schouler waren ein gelungener Einstand. 

©Hersteller
46-222736571

Calvin Klein: Veronica Leoni definiert den US-amerikanischen Minimalismus neu.  

©Courtesy of Calvin Klein
FASHION-US-HERRERA

Zeitlos schöne Retro-Schnitte bei Roben-Queen Carolina Herrera. 

©APA/AFP/HEATHER KHALIFA
46-222736576

Marc Jacobs’ Kollektion als Hommage an alte Kollektionen von Prada bis YSL.

©Courtesy of Marc Jacobs

Moderne Biederkeit

Die Röcke werden länger (bei Marc Jacobs oder Proenza Schouler), die Farben dezenter – damit erlebt der amerikanische Upperclass-Stil mit Polohemden, knielangen Röcken und Strickpullis ein Comeback.

Vor allem Ralph Lauren verbindet derzeit gekonnt die traditionellen Preppy-Codes mit modernen Silhouetten und schafft so eine Brücke zwischen Generationen. Tory Burchs modernisierte Spießer-Outfits wirken zeitgemäß und nostalgisch zugleich. 

Auch neue Marken wie Khaite oder Diotima machen die New Yorker Modewoche wieder relevanter. Während London modisch zum Leichtgewicht verkommen ist und Paris die unangefochtene Modekönigin bleibt, macht New York dem etwas einschlafenden Mailand in Sachen Fashion Week ordentlich Konkurrenz.

Christina Michlits

Über Christina Michlits

Hat Theater-, Film- und Medienwissenschaften studiert. Nach Kennenlernen des Redaktionsalltags bei Profil und IQ Style, ging es unter anderem zu Volume und dem BKF. Seit 2010 bei KURIER für die Ressorts Lebensart und Freizeit tätig. Schwerpunkte: Mode, Design und Lifestyle-Trends.

Kommentare