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freizeit Leben, Liebe & Sex
01/17/2020

Uganda: Imam bemerkt nach Hochzeit, dass er Mann geheiratet hat

Der Vorbeter gibt an, nicht gewusst zu haben, dass seine Braut ein Mann ist. In Uganda ist nun eine Debatte über die Rechte von Homosexuellen entbrannt.

Im Dezember des vergangenen Jahres gab Imam Mohammed Mutumba seiner Braut bei einer Zeremonie im ugandischen Bezirk Kayunga das Ja-Wort. Nur um wenige Wochen später zu erfahren, dass seine Angetraute keine Frau, sondern ein Mann ist.

Das berichten unter anderem die US-amerikanische Washington Post, die britische Tageszeitung The Times sowie lokale Medien in Uganda.

Demnach sei der 27-Jährige misstrauisch geworden, als seine frisch angetraute Ehefrau sich auch Tage nach der Eheschließung "weigerte, sich beim Schlafen auszuziehen", wie ein Geistlicher an der Moschee des Imams lokalen Medien schilderte. Er gab auch an, dass der Imam deswegen "seelsorgerischen Rat" bei ihm gesucht habe.

Gewissheit bekam der junge Mann, als seine Ehefrau des mutmaßlichen Diebstahls beschuldigt und von der Polizei festgenommen wurde. Im Zuge der Vernehmung wurde bei einer Untersuchung festgestellt, dass die vermeintliche Ehefrau tatsächlich ein Mann ist.

Bilder der Braut

Medienberichten zufolge sei Mutumba auch Wochen nach der Hochzeit nicht mit seiner Angetrauten intim geworden, da diese behauptet hatte, ihre Periode zu haben. New Vision, eine der beiden großen nationalen Tageszeitungen in Uganda, berichtete über den Fall und veröffentlichte auch Bilder der Hochzeit. Auf diesen ist der Imam mit seiner vermeintlichen Braut bei der Trauung zu sehen.

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Debatte über Homosexualität

Der Vorfall hat in Uganda, wo Homosexualität wie in vielen anderen afrikanischen Ländern unter Strafe steht, eine gesellschaftliche Debatte über Homophobie, sexuelle Minderheiten und Diskriminierung entfacht. In den vergangenen Jahren wurden vonseiten der Politik Anstrengungen unternommen, härtere Strafen gegen Homosexuelle zu verhängen, einschließlich der Todesstrafe durch Erhängen.

In sozialen Medien wurde Imam Mohammed Mutumba verspottet; von seinem religiösen Amt wurde er mittlerweile suspendiert. Seine vermeintliche Braut wurde wegen "unnatürlichen" Vergehens angeklagt.

Der Fall zeige, "wie homophob das Land ist", kritisierte der Menschenrechtsaktivist Frank Mugisha gegenüber der Nachrichtenagentur AP. Mugisha leitet die Gruppe Sexual Minorities Uganda, welche für die Rechte von Homosexuellen eintritt. "Der Imam könnte Recht haben, wenn er sagt, dass er es nicht gewusst hat", sagte er. Er forderte zudem Respekt für die "Privatsphäre der Menschen". Da derzeit noch unklar sei, ob der Partner des Imams Transgender sei, habe man vonseiten Sexual Minorities Uganda beschlossen, keine Erklärung zu dem Fall abzugeben.

Laut Human Rights Watch ist Homosexualität aktuell in 32 afrikanischen Ländern verboten. Das Strafmaß ist je nach Nation unterschiedlich. In vielen Fällen seien die homophoben Gesetze ein Überbleibsel aus der Kolonialzeit.

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