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03/15/2021

Greenwashing: Konsumenten können mithelfen

Weltverbrauchertag mit neuer Initiative: Der Verein für Konsumenteninformation prüft „grüne“ Versprechen von Unternehmen.

von Uwe Mauch

Der Werbeslogan ist echt gut: „Nachhaltigkeit ist ein langes Wort. Sag’ einfach Wizz.“ Die erklärende Ergänzung ebenso: „Europas Airline mit dem kleinsten Co2-Fußabdruck.“ Wären da nicht aufmerksame Zeitgenossen wie Raphael Fink.

Der Umweltexperte des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) präsentiert anlässlich des heutigen Weltverbrauchertags eine neue Initiative, die sich mit dem sogenannten Greenwashing kritisch auseinandersetzt.

„Mit dem Greenwashing-Check wollen wir einen Beitrag zur Information und Sensibilisierung von Konsumentinnen und Konsumenten leisten. Wir laden sie auch ein, uns mögliche Fälle von Greenwashing zu melden“, erklärt Raphael Fink die Zielsetzung des Projekts.

Sein Check der Fluglinie Wizz ergab: Das Bemühen um Effizienzsteigerung im Kerngeschäft (neue Flugzeuge, höherer Besetzungsgrad, niedrigere Fluggeschwindigkeiten) sei zwar begrüßenswert. Diese Maßnahmen als „grün“ zu verkaufen, hält Fink aber für gewagt. Sein Fazit: „Die Eigenaussage des Unternehmens ist für Außenstehende nicht nachvollziehbar.“ Die Airline liefere keine glaubhafte Begründung für besondere Nachhaltigkeit. Auf eine Bitte um Stellungnahme habe man auch nicht reagiert.

Sieben Strategien

Allgemein ortet Umweltexperte Raphael Fink beim Greenwashing sieben Strategien:

1. Versteckte Kompromisse.

2. Fehlende Beweise.

3. Vage Aussagen.

4. Irrelevante Angaben.

5. Vergleich mit noch weniger umweltfreundlichen Angeboten.

6. Lüge.

7. Irrelevante bzw. Fake-Zertifizierungen.

Im Rahmen des Greenwashing-Checks will der VKI nun regelmäßig grüne Versprechen von Unternehmen, Labels und Produkten faktenbasiert hinterfragen und dahinterliegende Strategien sichtbar machen, so Fink.

Sein Angebot richtet er auch an die KURIER-Leserschaft: „Wenn Konsumentinnen und Konsumenten sich über dreiste, widersinnige Nachhaltigkeitsversprechen wundern oder ärgern, haben sie nun die Möglichkeit, diese bei uns zu melden, damit wir der Sache gegebenenfalls auf den Grund gehen.“

Weitere Infos zum Check sowie das Meldeformular: www.vki.at/greenwashing

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