Allergie bei Hund und Katze: Dieser Fehler ruiniert die Diät
Futtermittelallergien können Hautprobleme bis Durchfall verursachen. Das Austesten der Allergene dauert Wochen.
https://zoodoc.atRund 90 Prozent der allergischen Haustiere reagieren auf Umweltfaktoren, nur etwa zehn Prozent auf ihr Futter. Hier wie da reichen die Symptome von starkem Juckreiz über Hautprobleme bis zu Ohrentzündungen.
Bei der Nahrungsmittelallergie kommen oft noch heftige Blähungen, Erbrechen und Durchfall dazu.
„Bei einer Futtermittelallergie hilft nur eine konsequente Eliminationsdiät“, sagt Zoodoc Katharina Reitl. Der KURIER-Tiercoach erklärt, wie die Ernährung umgestellt wird und was den sensiblen Vierbeinern noch hilft.
Nur eine strikte Diät macht allergische Fresser gesund
„Bei der Eliminationsdiät werden alle bereits bekannten Auslöser vom Speiseplan gestrichen“, sagt die Tierärztin aus der Ordination Tiergarten Schönbrunn.
Optimalerweise erhalten Hunde von einem auf den anderen Tag nur noch eine Protein- und eine Kohlenhydratquelle; ideal sind Zutaten, die sie davor noch nie gefressen haben. Es bieten sich Pferd, Schwein oder auch Lachs mit Erdäpfeln an.
Katzen dagegen beginnen die Ausschlussdiät mit nur einem Eiweißlieferanten. Vor allem exotische Fleischsorten wie Känguru, Hirsch oder Strauß sollten nicht zur alltäglichen Ernährung gehören, um im Ernstfall zur Wahl zu stehen.
Es reicht ein falsches Molekül und der Aufwand war umsonst
Leckerlis und Essensreste mit anderen Zutaten sind während der Eliminationsdiät strikt tabu. Frisst der Patient ein falsches Protein - ein Molekül reicht -, erleidet er einen neuerlichen Allergieschub.
Alternativ gibt es hydrolysierte Diäten. In diesem Ernährungsprogramm „sind die Proteine so klein zerstückelt, dass der Körper keine Zuordnung zu einer Allergie auslösenden Tierart treffen kann", erklärt Reitl.
Selbst wenn sich innerhalb weniger Tage eine Besserung einstellt, muss die Diät bis zu zwölf Wochen ohne Ausnahme durchgezogen werden. Erst dann sind unverträgliche Futterreste vollständig ausgeschieden. Jede neue Protein- oder Kohlenhydratquelle darf erst nach mindestens acht Tagen eingeführt werden, da allergische Reaktionen verzögert auftreten können.
Behandlung sieht absichtliches Auslösen der Allergie vor
“Die Standardbehandlung sieht eine Provokation vor, um den Allergieauslöser zu identifizieren. Den meisten Besitzern ist das zu mühsam„, sagt der KURIER-Tiercoach. Sie bleiben lieber bei den bewährten Futtermitteln.
Mit Produkten für Allergiker oder individuell berechneten Diäten ist eine ausgewogene Ernährung auf Lebenszeit durchaus möglich.
KURIER Tiercoach
Der KURIER-Tiercoach Frau Dr. Katharina Reitl aus der Tierärztlichen Ordination Tiergarten Schönbrunn gibt exklusiv für den KURIER regelmäßig Tipps zur Haustierhaltung.
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