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freizeit Essen & Trinken
03/22/2020

Vogelmiere: Der Immunbooster aus dem Balkontopf

Sie bildet grüne Teppiche und wuchert in Pflanztrögen und Töpfen. Ausrupfen und essen! Vogelmiere stärkt das Immunsystem.

Der „kleine Stern“ ist meist das erste Pflänzchen im Jahr, das Patricia Ricci den Teilnehmern ihrer Kräuterwanderungen zeigen kann: „Die Vogelmiere wächst bereits überall und blüht sogar schon. Ihre Blüte sieht aus wie ein winziger, glitzernder Stern am Himmel, deshalb lautet ihr botanischer Name auch „Stellaria media“, sagt die zertifizierte Kräuterpädagogin. Die Vogelmiere ist immer und überall – wächst am Wegesrand genauso wie auf Wiesen, vor allem aber im eigenen Garten, in den Beeten. Dort wuchert sie alles zu, sogar auf dem Balkon, wo sie in den Töpfen einen dichten, grünen Teppich bildet.

Sein Unkraut verspeisen

Ausreißen und als Unkraut wegschmeißen? Bitte nicht. Erstens schmeckt Vogelmiere herrlich frisch, nach jungen Erbsen und Mais, zweitens gilt sie als Kraftfutter, das von Hildegard von Bingen zur Immunstärkung empfohlen wurde, so Ricci. Sie ist reich an Mineralstoffen wie Kalzium, Kalium, Magnesium, aber auch an Vitamin C sowie Saponinen.

50 mg Vogelmiere decken den Tagesbedarf an Vitamin C eines erwachsenen Menschen.  Sie ist so kraftvoll und vital, dass sie sogar unter einer Schneedecke wachsen kann. Zehn Mal so viele Nährstoffe wie in einem Kopfsalat stecken in dem Kraftfutter. Deshalb gilt die Vogelmiere auch als gesundes „Lungenkraut“ – und wurde von Sebastian Kneipp empfohlen, um Schleim zu lösen. Dafür kann man einen Tee zubereiten, Vogelmiere mit kochendem Wasser aufgießen, fünfzehn Minuten ziehen lassen – trinken. Ist doch herrlich, wenn man das Unkraut im eigenen Garten auf diese Weise verwenden kann.

Woran man die Vogelmiere genau erkennt? „Ganz einfach – es gibt drei wesentliche Merkmale, die sie von anderen Pflanzen unterscheiden. Die bereits erwähnte kleine, weiße und sternenförmige Blüte ist eines davon. Dann kommt der Stängel: „Wenn man die Pflanze gegen das Licht hält, sieht man sehr schön, dass sie nicht rundum behaart ist, sondern eine Art Irokesenfrisur hat. Eine Haarleiste, die von der Blüte bis zur Wurzel reicht, wodurch das Tau- oder Schmelzwasser effizient zu den Wurzeln kommt: „Deshalb wächst sie so früh, aber auch noch so spät im Jahr“, sagt die Kräuterexpertin.

Am besten frisch!

So betrachtet, ist die Vogelmiere ein echtes Vorbild an Keim- und Lebenskraft. „Die Pflanze ist zart, aber sehr resistent und bildet bis zu sieben Generationen pro Jahr, ein Beweis für die große Grünkraft“, sagt Patricia Ricci. Das dritte Merkmal der Vogelmiere: „Wenn man sie mit den Fingernägeln sanft auseinanderzieht, wird ein flexibles Mark in Form eines dünnen Fadens sichtbar, das ist der sogenannte Hühnerdarm, zu dem meine Oma immer Heanadarm sagte“, lacht Ricci.  Sie verwendet das Kraut vor allem frisch, weil so die Vitalstoffe erhalten bleiben – im Salat, als „Drüberstreuen“ in der Suppe oder im grünen Smoothie. Man kann die nussige Vogelmiere aber auch einfach nur hacken und auf Butterbrot streuen.

REZEPTE

Grüner Salat mit Wildkräutern (4 Portionen)

Zutaten:

10 Handvoll Wildkräuter Ihrer Wahl, viel Vogelmiere, sowie junger Löwenzahn, Bärlauch, Giersch, Sauerampfer, Gänseblümchen, Veilchen  
1 Kopfsalat
2 Handvoll Vogerlsalat  
Essig, Öl
Zitronenpfeffer, Kräutersalz

Zubereitung:

Wildkräuter, Kopfsalat und Vogerlsalat kurz abduschen und danach trocken tupfen. Grüne Kräuter und Salate in mundgerechte Stücke zupfen, in eine Schüssel geben. Mit Essig und Öl marinieren, salzen und pfeffern Durchmischen und dann die Blüten vorsichtig unterheben bzw. damit verzieren. TIPP: Dazu kann man  in Knoblauch geröstete Brotstücke geben oder gekochte und geviertelte Eier reichen.

Vogelmiere-Pesto (für ein Schraubglas)

Zutaten:

2 Handvoll Vogelmiere frisch  
1–2 Knoblauchzehen
 Tasse Olivenöl kalt gepresst, sehr gute Qualität
Etwas  Salz
120 g Parmesan gerieben
120 g Pinienkerne

Zubereitung:

Die Vogelmiere abduschen und trocken tupfen. Pinienkerne in einer Pfanne ohne Fett anrösten. Vogelmiere, Pinienkerne, Knoblauch, Öl, Käse und Salz in eine Küchenmaschine geben und zu einer sämigen Paste mixen. Ist das Pesto zu fest, Öl zugeben, ist es zu dünn, Parmesan zugeben.  Das Pesto in  ein sauberes, heiß ausgespültes Schraubglas füllen – und mit einem Schuss Olivenöl bedecken. TIPP: Das Pesto passt perfekt zu Spaghetti, man  kann einen Tupf davon  auf gebratenes Fleisch geben, geröstetes Weißbrot damit bestreichen oder es rundet einen Salat schön ab. Bitte nirgendwo mitkochen, es geht der Geschmack, aber auch der Vitamingehalt verloren

 

 

 

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