© Helga Pratl

Ausblick
07/24/2020

Über das Leben als Hüttenwirtin auf Österreichs höchstem Berg

Hüttenwirtin Helga Pratl über ihren Job auf Österreichs höchstem Berg – und die besten Gourmet-Hütten.

von Anita Kattinger

Sechs kräftige Schlittenpferde und ein Fohlen grasen oberhalb der Terrasse, die Hütte ist umgeben von Edelweiß und gewitzte Murmeltiere sausen zwischen sonnigem Platzerl und Höhle hin und her – die Salmhütte befindet sich im Herzen der Hohen Tauern am südlichen Fuße des Großglockners. Helga Pratl bezeichnet ihren Traumarbeitsplatz auf 2.644 Höhenmetern als "Kraftplatz": Die 56-Jährige bewirtet eine der höchsten Hütten Österreichs, ein Männer-Metier.

Bereits vor Job-Antritt kannte die passionierte Bergsteigerin die Hütte von ihren Glockner-Besteigungen: "Das Besondere ist, dass die Hütte nur mit Helikopter versorgt werden kann. Einmal in der Woche gehe ich ins Tal, um 60 Kilogramm Frischware einzukaufen: Für den Aufstieg darf ich die Materialseilbahn einer Nachbar-Hütte verwenden, von dort gehe ich dann mit 20 Kilogramm auf einer Kraxen weiter zu meiner Hütte, dreimal muss man diesen Weg gehen."

Zwischen drei und vier Monate im Jahr verbringt die Wirtin Tag und Nacht auf der Hütte und versorgt die Gäste. Ihr Tag beginnt um 6 Uhr früh und endet um 23 Uhr: Wenn Weitwanderer (Anm: Wiener Höhenweg, Glocknerrunde) oder Bergsteiger schon um 4 Uhr aufbrechen wollen, dann tischt die resolute Steirerin aus dem Wechselgebiet das "vier-Minuten-Ei", das hier oben 6,5 Minuten braucht, eben früher auf.

Beiried mit Weitblick

Wieso man sich das antut? "Ich bin seit 28 Jahren Hüttenwirtin, ich kann mir nichts Schöneres vorstellen. Wenn ich aus dem Küchenfenster blicke, sehe ich den Gipfel, der Glockner thront mächtig von hier oben. Es ist ein Kraftplatz. Über diesen Weg gelang die Erstbesteigung."

Der Unterschied zu einem Wirtshaus im Tal? "Durch die Höhe braucht man mehr Zeit zum Kochen und Reis oder Nudeln gelingen hier oben nicht bissfest. Generell essen Bergsteiger gerne salziger, weil sie durch das Schwitzen Salz verlieren."

Auf der Speisekarte stehen nicht nur Klassiker wie Streuselkuchen und Kaspressknödel, sondern auch Hütten-Untypisches wie Beiried und Schweinsbraten.

Zutaten:

550g Mehl Griffig
135 g Stärkemehl
350 g Zucker
1 Packung Packpulver
1 Packung Vanillezucker
1 Abrieb von einer Zitrone
2 Eier
325 g Butter (kalt)

  1. Zutaten zu einem Teig Abbröseln
  2. Zwei Drittel des Teiges auf ein Blech geben und etwas andrücken, bei 220 Grad für 20 Minuten ins Rohr.
  3. Die verbleibenden Streusel gut kühlen.
  4. Nach 20 Minuten das Blech herausgeben und 1,5 kg blättrig geschnittene Äpfel mit 1 EL Zimt mischen und auf den vorgebackenen Teig geben danach die gekühlten Streusel darauf verteilen und noch einmal bei 200 Grad für 25 Minuten fertig backen.