Das Laborfleisch der Firma

© APA/AFP/Eat Just/HANDOUT

freizeit Essen & Trinken
09/01/2021

Erste Laborfleisch-Erzeugung in großem Maßstab in Katar geplant

US-Unternehmen hat bereits Lizenz zum Export. Millionen Tonnen an In-vitro-Fleisch sollen Massentierhaltung vermindern.

Der Laborfleisch-Hersteller Eat Just hat eine Produktion in großem Maßstab im Golfstaat Katar angekündigt. Die US-Firma produziert seit Ende 2020 in Singapur Hühnchen-Nuggets im Labor - nun gehe es um weitaus größere Mengen, sagte der Chef der Firma am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP in New York. Geplant seien auch weitere Werke in Singapur und in den USA.

In Katar habe Eat Just die Zusammenarbeit mit dem Fonds Doha Venture Capital und den Behörden über den Bau einer Laborfleischfabrik in einer Sonderwirtschaftszone vereinbart, sagte Tetrick. Diese Zone habe Zugang zum Hafen Hamad südlich von Doha. Die Fabrik werde mehr als 200 Mio. Dollar (169,00 Mio. Euro) kosten.

Millionen Kilo Laborfleisch

Katar könnte "sehr bald" grünes Licht für den Verkauf des Laborfleischs geben, sagte Tetrick AFP. Eine Lizenz für den Export habe Eat Just bereits. Die Produktion in großem Maßstab - nach seinen Worten dutzende Millionen Kilo Laborfleisch - könne in eineinhalb bis drei Jahren beginnen. Das hänge unter anderem von der Produktionsmethode ab.

Aus Tierzellen in Bioreaktoren gezüchtet

In Singapur produziert Eat Just die Chicken Nuggets, die üblicherweise aus panierten Hühnerfleischstücken bestehen, aus Zellen, die dem Tier entnommen werden und aus denen das Gewebe dann in Bioreaktoren gezüchtet wird.

Der weltweite Fleischkonsum gilt als ein Treiber des Klimawandels - vor allem wegen des enormen Flächenverbrauchs für die Massentierhaltung und der damit verbundenen Emissionen, unter anderem von Methan. Künstlich erzeugtes Fleisch aus dem Labor, auch In-vitro-Fleisch genannt, soll hier nach Angaben der Befürworter Abhilfe schaffen.

Günstiger als herkömmliches Hühnerfleisch

Für Bedenken sorgt in Bezug auf Laborfleisch neben der Frage, wie Verbraucher die Produkte annehmen, auch immer wieder das Thema Produktionskosten. So hatte etwa ein im Jahr 2013 in London vorgestellter Labor-Burger, der aus Muskelzellen einer lebenden Kuh gezüchtet worden war, noch rund 250.000 Euro gekostet - und sich damit als wenig massentauglich erwiesen.

Eat Just versichert, es habe die Kosten bereits beträchtlich gesenkt. In Singapur hatte ein Sprecher im Dezember 2020 gesagt, das Unternehmen wolle die Kosten in den kommenden Jahren unter die von konventionellem Hühnerfleisch drücken.

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