red hot chili pepper

© Getty Images/iStockphoto / Magone/iStockphoto

Freizeit
02/15/2021

Je schärfer das Essen, desto riskanter der Lebensstil

"Du bist, was du isst", heißt es. Aber stimmt das auch? Ernährung und Verhalten haben miteinander zu tun. Aber was genau?

von Bernhard Praschl

Etwas Positives kann man den geschlossenen Restaurants und Gasthäusern schon abgewinnen: Veggies und Fleischtiger können sich so weniger in die Haare kriegen. Das heißt, falls sie überhaupt gemeinsam an einem Tisch sitzen wollten. Denn es schaut ganz danach aus, als präge uns unser Ernährungsverhalten mehr, als wir uns bewusst sind.

Wer Schnitzel mag, ist...

Der deutsche Philosoph Ludwig Feuerbach (1804-1872) gilt als Vordenker der Gastrosophie. Denn er skizzierte mit einem schlichten Satz, dass schon das Alltäglichste uns außerordentlich beeinflusst: das Essen. "Der Mensch ist, was er isst", war seine Erkenntnis. Und diese traf er, als man noch nicht die Wahl hatte, ob man heute ein Schnitzel essen will. Oder lieber Sushi. Oder einen süßen Schmarrn.

In Wien philosophiert man ja gerne über die Frage, wo denn das beste Schnitzel der Stadt serviert werde. Ob beim Figlmüller oder beim Oswald und Kalb oder doch im Meissl und Schadn? Diese Diskussion nehmen wir gerne wieder auf, wenn es so weit ist. Einstweilen freuen wir uns, dass das Internetportal eines großen deutschen Lebensmittelshändlers den Liebhabern des Wiener Schnitzels bescheinigte, außerordentlich kultiviert zu sein.

Zu den Eigenschaften dieses "Eleganten" gehöre es, von "ruhigem Charakter und Kultur interessiert" zu sein. Verständlich, dass Menschen, die Gast- wie Konzerthäuser lieben, jetzt gleich doppelt darben.

Some Like It Hot

Ebenso nachvollziehbar hingegen das wissenschaftliche Urteil, dass eine Forschergruppe der Pennsylvania States University vor einigen Jahren traf. Wer bevorzugt in Scharfes wie die Chilischote beiße, gehe auch sonst gerne Risiken ein - wie etwa Kurven schneiden auf Landstraßen.

 

 

 

Wiener schnitzel with glass of red wine

Bitteres macht böse

Dass Vegetarier von sanfterem Charakter seien, mag schon sein. Ein Forscherteam der Universität Innsbruck provozierte vor einiger Zeit mit folgender Erkenntnis: "Je stärker die Vorliebe für bittere Lebensmittel, umso mehr Merkmale eines böswilligen Verhaltens." Die Untersuchung der Studienautoren Christina Sagioglou und Tobias Greitemeyer unter mehr als 1000 Männern und Frauen habe ergeben, dass Sadismus und Psychopathie unter Menschen überdurchschnittlich verbreitet sei, die Kaffee tiefschwarz und Schokolade sehr dunkel bevorzugen.

 

 

Coffee cup

Die Netz-Community kann dem freilich nicht so viel abgewinnen wie die Wissenschafter selbst: "Ich trinke meinen Kaffee immer nur schwarz. Und ich habe eine Kettensäge in der Gartenhütte. Vermutlich klopft also bald die Cobra an meiner Haustür...", ist nur eine der Reaktionen.

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