Ameisenstraßen: Wo es immer der Duftspur entlang geht

Die Wege der fleißigen Krabbler sind perfekt organisiert. Aus Innenräumen können sie ohne Gift vertrieben werden.
Das Bild zeigt Ameisen, die in "Zweierreihe" eine Ameisenstraße bilden.

Ameisenstraßen zählen zu den kleinsten „wilden Wegen“ der Natur – „scheinbar chaotisch, jedoch perfekt organisiert und mit beeindruckender Zielstrebigkeit genutzt“, heißt es beim Naturschutzbund Österreich.

Barrieren gibt es für die Ameisen kaum: Was im Weg steht, wird um- oder buchstäblich übergangen. „Wer ihnen zusieht, erkennt: Auch im Miniaturformat erzählt die Natur von Teamgeist, Orientierungssinn und enormer Ausdauer. Oder anders gesagt: Hier wird nicht gewandert, hier wird geschuftet.“

Ameisenstraßen: Wie sie entstehen

Einzelne Ameisen gehen voraus und suchen nach neuen Nahrungsquellen. Auf dem Rückweg hinterlassen sie in regelmäßigen Abständen Duftspuren und markieren so den Weg. Ihre „Kolleginnen“ können dann bei Bedarf diesen Spuren folgen, um an Nahrung zu kommen. „Die Arbeiterinnen, sterile flügellose weibliche Ameisen, die die Mehrheit eines Staates bilden, folgen der Duftspur sogar ziemlich genau“, so der Naturschutzbund. 

„So bilden sich die typischen Ameisenstraßen, bei denen man meist eine große Anzahl an Ameisen, einander im Gänsemarsch folgend, beobachten kann.“ Je mehr Ameisen sich auf der Straße bewegen, desto mehr Duftspuren säumen den Weg, der sich damit verfestigt – so bilden sich regelrechte „Ameisen-Highways“.

Späher suchen Futter

Jede Ameisenstraße führt irgendwann zu einer Kolonie zurück. Je größer die Ameisenkolonie, desto mehr Nahrung braucht sie. So führen von großen Kolonien (im Wald die bekannten Ameisenhügel) besonders viele Ameisenstraßen weg. Haben Ameisen einmal „überrissen“, dass es in Wohnräumen Essbares gibt, „bauen“ sie nach „Späherexpeditionen“ ihre Straßen dorthin.

Nicht jede Art baut Ameisenhügel wie die Waldameisen. Andere Arten, wie z. B. die Wegameise, leben rein unterirdisch, in Totholz oder unter Steinen, die als Nestmarker verwenden.

Späher bzw. Kundschafter sind Ameisen, die systematisch nach neuen Futterplätzen oder Nistmöglichkeiten suchen. „Im Fall der Fälle ist es am besten herauszufinden, wie die Ameisen in die Wohnung gelangt sind“, rät der Naturschutzbund. „Irgendwo gibt es immer eine direkte Verbindung zur Außenwelt – ob aufgrund einer undichten Dichtung an Fenstern oder Türen, oder aufgrund von Löchern an Lüftungen oder Ritzen in Fassaden. Wenn diese undichten Stellen verschlossen werden, ist die Ameisenstraße bereits abgerissen und der größte Schritt zur ameisenfreien Wohnung ist getan.“

Auch „Die Umweltberatung“ rät zu einfachen Maßnahmen wie dem Wegräumen und Verschließen von Nahrungsmitteln. Gibt es im Wohnungsinneren bereits eine Ameisenstraße, kann man sie mit Essigwasser oder mildem Allzweckreiniger wegwaschen. Von Insektiziden rät die Umweltberatung ab: „Viele dieser Gifte können auch beim Menschen oder bei Haustieren zu Gesundheitsbelastungen führen.“

Umweltverträgliche Alternativen sind etwa ätherische Öle (Lavendel, Zitrone, Minze ...), Zitronensaft, Gewürzkräuter wie Majoran, Thymian oder Minze (zwischen den Fingern zerreiben) oder gemahlene Gewürze (Zimt, Nelken, Chili, Kaffee), die auf die Straßen gestreut werden und die Ameisen vertreiben.

Weitere Infos: Naturschutzbund-Magazin natur&land, www.naturschutzbund.at

Broschüre „Ameisen, Motten & Co.“ der Umweltberatung, www.umweltberatung.at

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