Michou Friesz macht ein Wiener Schnitzel vom Kalb in ihrer Küche.

© KURIER/Jeff Mangione

freizeit
02/07/2014

Am Herd mit Michou Friesz

Ob in Polt, Soko Kitzbühel oder Tatort, die zarte, liebenswürdige Schauspielerin überzeugt in vielen Rollen. Und auch als Köchin.

von Heidi Strobl

Die Kipfler sind schon beim Ausdampfen, als wir kurz vor Mittag in der luftigen Dachbodenwohung im 13. Bezirk ankommen. „Diese speckigen mag ich so gern“, schwärmt Michou Friesz und meint damit die Erdäpfel für den Salat. Kalbsschnitzerl mit Erdäpfelsalat! 143 Kochgäste musste ich abwarten, bis sich endlich einer an das heimische Nationalgericht wagt. Die Schauspielerin hat das Schnitzelmachen erst für sich entdeckt, als sie ein Jahr lang gemeinsam mit Tochter Marie in Berlin lebte. „Da ist unser Patriotsein ausgebrochen.“ Friesz kocht, seitdem sie mit 21 Jahren von zuhause ausgezogen ist. Mitunter auch zweimal am Tag, genaue Anleitungen braucht sie nicht. „Ich bin eine Ohne-Rezept-Köchin.“

Geprägt wurde ihre kulinarische Leidenschaft von ihrem Kindermädchen „Radschi“ – Maria Stöger aus Wildendürnbach. „Die kann herrlich kochen.“ Das scheint sich auch auf Michous Bruder Andreas nachhaltig ausgewirkt zu haben, immerhin betreibt er drei Lokale in Wien, unter anderem das Café Europa. „Da treffen sich alle zum Mittagessen.“ Die blättrig geschnittenen Erdäpfel übergießt sie mit dem vorbereiteten Hildegardsüppchen und mit Öl. Etwas rötliches Hibiskussalz aus Ibiza verleiht dem Salat eine ganz besonders hübsche Farbe. Ans Schnitzelbacken. Die putzige Havaneserhündin Emmi ist plötzlich sehr interessiert und macht sich in der Küche breit. Das Fleisch hat sich Friesz beim Radatz dünn schneiden lassen. „Weil ich keinen Klopfer hab.“ Ruckzuck, und doch mit aller Gemütlichkeit, ist unser Sonntagsessen fertig. Ein fester Löffel Preiselbeeren darf nicht fehlen. Hmmm. Doch immer wieder befriedigend, so ein selbstgemachtes Schnitzerl. Wohlig satt lassen wir den Mittagsbesuch mit guten Gesprächen über Leben und Tod ausklingen.

Kalbsschnitzerl

Zutaten

5-6 große Kipfler (Erdäpfel)

1/8 l Suppe

1 Schalotte

1 TL Senf

Sushi-Essig

Hibiskussalz (Sal de Ibiza, gibt’s bei Meinl am Graben)

2 Eier

Mehl (universal)

Semmelbrösel

4 Kalbsschnitzel

Butterschmalz

Salz

Preiselbeeren

Erdäpfel kochen, Wasser abgießen, zugedeckt im Topf ausdampfen lassen. Dann schälen und blättrig schneiden. Mit warmer Suppe und etwas Öl übergießen, stehen lassen. Salat mit feingeschnittener Schalotte, Senf, etwas Essig, Salz und ein wenig Hibiskussalz würzen. Schnitzel salzen, nacheinander in Mehl, verquirlten Eiern und Bröseln wenden, in heißem Butterschmalz backen. Dazu: Preiselbeeren und eventuell Zitronenspalten.

5 Fragen

Gibt es einen prägenden Geschmack aus Ihrer Kindheit? Radschis Salatmarinade. Die war so gut, dass ich sie getrunken habe.

Welche Küche der Welt ist Ihnen am liebsten? Die vietnamesische.

Was würden Sie nie essen? Ich ess alles.

Ihr größtes kulinarisches Missgeschick? Mozzarella mit Tomaten: Basilikum vergessen. Aber dann habe ich aus Krensenf, Sesamöl und Sweet Chili Sauce spontan eine scharfe Sauce gerührt, die seither alle Gäste einfordern.

Welche Speise vermag es, Sie zu trösten? Schokolade. Und zwar eine schlichte Noisette, die ein bisserl auf der Heizung gelegen ist.

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