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freizeit
06/14/2014

Am Herd mit Susanne Felicitas Wolf

Erdung, Beruhigung, Auftanken, Freude – das bedeutet Kochen für die Theaterwissenschaftlerin, Dramaturgin und Autorin. Mit Publikum ist dann aber doch alles ein „bizzili“ anders.

von Heidi Strobl

Fischfilets, Schüsselchen mit frischen Kräutern und allerlei Gewürzen, ein fein gedeckter Tisch – alles steht bereit, als wir in Susanne Wolfs luftiger Dachwohnung im neunten Bezirk ankommen. Büro und Lebensstätte in einem. Schnell ein Rundgang, vorbei an vielen Büchern, ein Blick runter in den Innenhof des Palais Liechtenstein.

„Lachs pochiert oder mit knuspriger Haut? Lachs als Vorspeise oder als Hauptspeise? Was wollt ihr?“ Pochierten Fisch zuerst, dann den knusprigen bitte. Alles sei ganz einfach. Alles für Hausfrauen mit wenig Zeit. „Ich bin vielseitig beim Schreiben und vielseitig beim Kochen.“

An ihrem Schreibtisch werden aus Romanen Theaterstücke. Dazwischen kocht sie zum Entspannen. „Die Päpstin“, die in Melk uraufgeführt wurde, und derzeit durch den deutschsprachigen Raum tourt, entstand mit gefühlten 8.000 Ofengemüsen. Die „Feuerseele“, eine Auftragsarbeit von Maxi Blaha, liegt ihr gerade besonders am Herzen. Und auch sonst sprüht sie so vor Ideen und Projekten, dass ich mir erlaube, sie ans Kochen zu erinnern.

Ja, Lachs in die Form, Paradeiser dazu, Gewürzsalz – das Bad Ischler! Dann ein wenig Olivenöl. „Vom Naschsalon. Kennst du den?“ Wolf schwärmt von traumhaften Mehlspeisen, tollen Ölen und feinen Weinen, gleich ums Eck in der Liechtensteinstraße. Noch eine Prise Selleriesalz vom Wochenmarkt in Purkersdorf, fertig. Hauptspeise ab ins Backrohr. „Segen, Segen, Segen!“ An die Vorspeise. „Wolf, was wolltest du tun?“ Mit einem Schuss Weißwein bekommt der Fischsud seine passende Säure. „Ah, wollt ihr auch ein Glas?“ Der Lachs zieht in schönen, großen Würfeln gar, während die gebürtige Mainzerin, die seit über 30 Jahren in Wien lebt, schnell ihre zwei bewährten Saucen rührt. Kostet, ergänzt. „So bin ich auch beim Schreiben. Ist die erste Fassung zu lang, wird gestrichen oder eben eingedampft.“ Da noch ein Hauch Zitrone „ein bizzili“, dort eine Prise Gewürzsalz. Passt. Ein Festessen in zwei Gängen.

Zwei Mal Lachs

Für die Vorspeise:
200 g Lachsfilet ohne Haut
Weißwein
Kräutersalz
Thymian
1 EL Kapern
1 Becher Sauerrahm
1 Becher Joghurt
Dille, Senf, 1 Zitrone
Tomatenmark

Für die Hauptspeise:
400 g Lachsfilet mit Haut
4 große und 12 kleine Paradeiser
Kräutersalz
Olivenöl
frischer Rosmarin & Thymian
Selleriesalz

Backrohr auf 200°C schalten. Fischfilet mit der Haut nach oben in eine ofenfeste Form legen, mit Öl einstreichen, mit Kräutersalz, Selleriesalz und Rosmarin würzen. Paradeiser rundherum verteilen, mit Kräutersalz und Thymian würzen. Ein wenig Wasser untergießen, 30-40 Minuten backen. Dazu: Erdäpfel und Zucchini.
Inzwischen ¼ l Wasser mit einem Schuss Wein, Kräutersalz und Thymian aufkochen, Fisch in großen Würfeln einlegen, Kapern dazu, ziehen lassen. Inzwischen 2 Mal je ½ Becher Joghurt und Sauerrahm mit Kräutersalz verrühren. Für die Senfsauce Dille, 1 EL Estragonsenf, etwas Zitronensaft und Salz unterrühren. Die rote Sauce mit 2-3 EL Tomatenmark, Salz und Zitronensaft abschmecken. Fisch aus dem Sud heben, warm mit den Saucen essen.ackrohr auf 200°C vorheizen. Eier mit Zucker, Vanillezucker und einer Prise Salz so lange schlagen, bis eine hellgelbe Masse entstanden ist. Mehl und Backpulver reinsieben und mit der Gummispachtel unterheben, Öl ebenfalls. Backblech mit Backpapier auslegen, mit Öl einpinseln. Masse darauf glatt streichen, Temperatur auf 180°C reduzieren, ca. 20 Minuten backen. Herausnehmen, auf ein Geschirrtuch stürzen, Backpapier abziehen. Sofort mit Marmelade bestreichen, einrollen, auskühlen lassen. Obers mit Sahnesteif steif schlagen. Roulade in 2 cm dicke Scheiben schneiden, Schlagobers mit einem Dressiersack draufspritzen, mit Erdbeeren belegen.

5 Fragen

Ihr Lieblingslokal?

La Pastaria, Servitengasse, Wien 9.

Gibt es einen prägenden Geschmack aus Ihrer Kindheit?

Die Spaghetti Napoli auf der Piazza in Ascona.

Was würden Sie nie essen?

Hirn, Zunge, Schlange, Pferd.

Welche Küche der Welt ist Ihnen am liebsten?
Die indische.

Welche Speise vermag es, Sie zu trösten?
Rosmarinhendl.

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