Einfache Sprache
17.05.2018

Wenn bürgerliche Personen in Königs-Häuser einheiraten

Ein Experte aus Deutschland erklärt, warum es gut ist, wenn bürgerliche Personen in Adels-Familien einheiraten.

Link zum Original-KURIER-Artikel

Der Begriff „Adel“ bezeichnet
eine bestimmte Gruppe von Menschen,
die früher auch Herrscher waren
und in großen Häusern mit viel Land gewohnt haben.
Adel kommt von dem Wort Edel.
Adelig ist man nur dann,
wenn auch die Eltern adelig sind.
Früher besaß ein Adeliger
nicht einfach nur Häuser oder Land,
sondern er war auch der Landesherr.
Das heißt, er durfte bestimmen,
so wie heute ein hoher Politiker.

Die Menschen dachten früher,
dass das Blut von Adeligen blau ist,
und nicht rot, so wie das Blut der Bürgerlichen.
Es hieß, dass „Blaublüter“, wie sie genannt wurden,
nur andere blaublüter heiraten dürfen.
Bürgerliche Personen sind Menschen,
die aus dem Volk kommen.

Der deutsche Experte Guido Knopp,
findet es gut, wenn bürgerliche Personen
in Adelsfamilien einheiraten.
Ein Experte ist jemand, der sich in einem
bestimmten Bereich sehr gut auskennt.

Guido Knopp erzählt,
dass Prinz Harald von Norwegen
eine geheime Liebe mit Sonja,
einer bürgerlichen Frau, hatte.
Die Liebe blieb 9 Jahre geheim,
bis Prinz Harald seinem Vater,
König Olav von Norwegen, ein Ultimatum stellte.

Ein Ultimatum stellen heißt, es wird verlangt,
dass jemand etwas in einer bestimmten Zeit tut.
Wenn er es in dieser Zeit nicht tut, gibt es schlimme Folgen.
Das Ultimatum war, entweder darf er Sonja heiraten,
oder er bleibt für immer Single und kinderlos.

König Olav von Norwegen glaubte,
dass es das Ende der Monarchie wäre,

wenn ein Prinz eine bürgerliche Frau heiraten würde.
Er hat Prinz Harald trotzdem erlaubt, Sonja zu heiraten.

Am 29. August 1968 heirateten die beiden.
Diesen August sind Prinz Harald
und Sonja 50 Jahre miteinander verheiratet.

Monarchie ist griechisch und heißt auf Deutsch
„Alleinherrscher“ und ist eine Herrschaftsform.
In der Monarchie ist ein König oder
eine Königin das Staatsoberhaupt.
Das Staatsoberhaupt ist an der Spitze der Regierung.

Durch die Hochzeit von Prinz Harald
und Sonja in Norwegen,
gab es in den Königs-Häusern von Europa große Veränderungen.
Es war von da an nicht mehr undenkbar,
dass Prinzen bürgerliche Frauen heiraten.
Diese Veränderung wird „Sonja-Revolution“ genannt.
Eine Revolution ist eine große Veränderung,
die in kurzer Zeit passiert.
Eine Revolution kann entweder
friedlich oder gewalttätig passieren.

Im Jahr 1960 heiratete Prinzessin Margaret
den Fotograf Antony Armstrong Jones.
Er war der erste bürgerliche Mann,
der ins Königshaus Windsor einheiraten durfte.

Mountbatten-Windsor ist der Nachname
von den Kindern von Königin Elisabeth II.

Heute ist es ganz normal und in Ordnung.
wenn ein Prinz eine bürgerliche Frau heiratete,
Auch Prinz Harry von Großbritannien wird am Samstag,
„JA“ zu einer bürgerlichen Frau sagen.
Das passiert 80 Jahre, nachdem sein Verwandter Edward
für seine Hochzeit mit einer bürgerlichen Frau,
auf den Thron verzichten musste.