© BBC

Einfache Sprache
01/07/2019

Single-Mann adoptiert Mädchen mit Down-Syndrom

Luca Trapanese wird durch die Adoption von einem Mädchen mit Down-Syndrom bekannt. Für viele ist er ein außergewöhnlicher Vater.

Link zum Original-KURIER-Artikel

Der schwule und katholische Italiener, Luca Trapanese,
hat sich dazu entschieden, ein Mädchen mit
Down-Syndrom zu adoptieren.
Das Mädchen heißt Alba.
Menschen mit Down-Syndrom haben
ein zusätzliches Chromosom
in jeder Zelle ihres Körpers.
Chromosome bestimmen
wie Menschen wachsen und
sich entwickeln.
Menschen mit Down-Syndrom
entwickeln sich meist langsamer
als gesunde Menschen.
Oft sehen sie ein bisschen anders aus
und brauchen länger, um Dinge zu lernen.

Die leibliche Mutter von Alba
hat sie zur Adoption freigegeben.

Adoption bedeutet, dass Menschen
die Eltern von einem Kind werden.
Sie sind nicht die leiblichen Eltern,
das heißt, dass das Kind andere Eltern hatte.
Das Kind hat die leiblichen Eltern verloren,
oder aus irgendwelchen Gründen
können sie sich nicht um das Kind kümmern.
Die neuen Eltern heißen Adoptiveltern,
das adoptierte Kind ist ein Adoptivkind.
Ansonsten sind die Adoptiveltern
genauso Eltern wie andere auch.

Über 20 Familien haben
das Mädchen abgelehnt,
bevor Trapanese sie schließlich adoptiert hat.
Alba war ungefähr 1 Monat alt,
als Trapanese sie zum ersten Mal
im Arm gehalten hat.

Trapanese hatte bereits seit mehreren Jahren
den Wunsch, einmal selbst Vater zu werden.
Als die Beziehung mit seinem damaligen Partner
zu Ende ging, war der Kinderwunsch wieder weit entfernt.
Für eine lange Zeit war es in Italien nicht möglich,
ein Kind zu adoptieren wenn man Single ist.
Das Gesetz änderte sich aber Anfang 2017.

Als Trapanese den Antrag
für eine Adoption eingereicht hat,
sagte man ihm, dass er nur Kinder
mit „Problemen“ adoptieren dürfe.
Als Grund nannten sie, dass er schwul und Single ist.
Das bedeutet, dass er nur Kinder mit einer
Erkrankung oder einer schweren Behinderung
bekommen würde.
Trapanese arbeitet bereits seit 20 Jahren
mit behinderten Menschen.
Daher hatte er kein Problem damit,
ein Kind mit einer Behinderung zu adoptieren.
Für Trapanese war es schon lange klar,
dass er nur ein Kind mit
einer Behinderung adoptieren möchte.

Im Juli 2017 erhielt Trapanese den Anruf,
dass ein Mädchen für ihn zur Adoption frei war.
Schon wenige Tage später durfte Trapanese
das Mädchen zum ersten Mal sehen.
„Als ich sie zum ersten Mal im Arm hielt, überkam
mich pure Freude. Ich fühlte von Anbeginn an, dass
sie meine Tochter war.“, sagte Trapanese.
Seitdem sind er und Alba eine Familie.
Trapanese gibt zu, dass es schwer ist, ein Elternteil
zu sein, aber trotzdem empfindet er jeden Tag mit
seiner Tochter als ein Geschenk.

Der 41-Jährige Italiener hat seine Geschichte
auch in einem Buch niedergeschrieben.
Das Buch heißt „Nata per te“.
Das ist italienisch und heißt auf Deutsch: „Für dich geboren“.
Es wurde bereits über 10 000 Mal in Italien gekauft.
Trapanese bekam aber nicht nur Lob für sein Buch.
Der Grund dafür ist wahrscheinlich, dass er als Vater
von vielen Menschen nicht als „normal“ angesehen wird.
Die Geschichte von Alba und ihm hat für viele das
Bild von Vaterschaft, Religion und Familie zerstört,
sagte Trapanese.
Das war aber nie seine Absicht.
Er wollte nur die Geschichte von ihm und Alba erzählen.