Regierung will, dass Hilfs-Organisationen Asyl-Werber nicht mehr beraten

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Die österreichische Regierung möchte die Beratung von Asyl-Werbern in Zukunft selbst übernehmen. Viele österreichische Künstler, Rechtsexperten und Hilfs-Organisationen finden das nicht gut.

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Die Regierung in Österreich möchte die Rechtsberatung
und die Beratung von Asyl-Werbern in Zukunft
von einer
eigenen Bundesbehörde durchführen lassen.
Diese Behörde soll „Bundes-Agentur für Betreuungsleistungen
und Unterstützungsleistungen“ heißen.
Asyl-Werber sind Menschen, die in einem Land Schutz suchen,
weil sie in ihrem Heimatland in Gefahr sind.
Jeder Asyl-Werber hat Anspruch auf eine kostenlose
Rechts-Beratung im Asyl-Verfahren.
Bei einem Asyl-Verfahren wird entschieden,
ob ein Flüchtling in einem Land bleiben darf.
Wenn der Asyl-Antrag ablehnt wird,
hat ein Asyl-Werber Anspruch auf einen Rechtsanwalt.
Bisher haben Hilfs-Organisationen die Beratungen
von Asyl-Werbern durchgeführt.
Die Regierung möchte das nicht mehr.
Sie wirft den Hilfs-Organisationen vor,
dass sie die Asyl-Werber zu sehr unterstützten.

Die Organisation „Menschen. Würde. Österreich“ findet
den Plan der Regierung nicht gut und hat deswegen am
16. Mai einen offenen Brief an die Regierung veröffentlicht.

In diesem Brief steht unter anderem, dass mit dem Plan
der Regierung eine unabhängige Beratung für Asyl-Werber
in Zukunft nicht mehr möglich ist.

Die Organisation findet den Plan auch nicht gut, weil
die Mitarbeiter vom Innen-Ministerium die Interessen der Regierung vertreten
und Asyl-Werber vielleicht nicht fair behandeln.

Den offenen Brief an die Regierung haben viele bekannte
Rechtsexperten, Künstler und Politiker unterschrieben.

( kurier.at , ll ) Erstellt am 17.05.2018