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18.06.2018

Deutscher Geheimdienst hörte 2000 Ziele in Österreich ab

Es tauchte eine Liste von österreichischen Unternehmen, Behörden und Ministerien auf, die vom deutschen Geheimdienst abgehört wurden.

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Der deutsche Bundes-Nachrichten-Dienst,
auch BND genannt, hat in den Jahren 1999
bis 2006, etwa 2000 Ziele in Österreich abgehört.
Es wurden Ministerien abgehört, wie zum Beispiel
das Innenministerium und das Außenministerium.
Das wurde vom österreichischen Nachrichten-Magazin „Profil“ aufdeckt.
Es wurden außerdem 442 Anschlüsse,
darunter Faxgeräte, Telefone und E-Mail Adressen ausgeforscht.
Dies ist teilweise schon seit dem Jahr 2015 bekannt.
Die Aufgabe vom BND ist es, im Auftrag der deutschen Regierung
geheime Informationen aus anderen Ländern zu sammeln,
die für die Sicherheit und die deutsche Außenpolitik wichtig sind.
Der BND ist einer von 3 Geheimdiensten in Deutschland.

Die NEOS-Politikerin Stephanie Krisper ist Sicherheits-Sprecherin.
Sie findet es nicht gut,
dass die österreichische Regierung kein Problem damit hat,
dass Unternehmen und Bürger abgehört werden.
Die NEOS sind eine österreichische Partei.
Die Abkürzung NEOS steht für
„Das Neue Österreich und Liberales Forum“.

Peter Gridling, der Chef vom
„Bundes-Amt für Verfassungs-Schutz und Terrorismusbekämpfung“,
auch BVT genannt sagt, dass er davon wusste,
dass der BND Ziele in Österreich abhörte.
Aber er wusste nicht,
welche Firmen und Organisationen abgehört wurden.

Gridling sagt auch, dass der BND nicht nur Ziele in Österreich abgehört hat,
sondern dass auch Organisationen der Europäischen Union
und EU-Bürger abgehört wurden.
Die Europäische Union, ist ein Bündnis zwischen 28 Ländern in Europa.
Er meint auch, dass es schwieriger ist,
sich mit ausländischen Geheimdiensten auszutauschen,
nachdem der BND Ziele in Österreich abgehört hat.

Am 15. Juni gab es eine Pressekonferenz in der Hofburg.
Der österreichische Bundespräsident, Alexander van der Bellen
und der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz,
sprachen über dieses Thema.
Bundespräsident Van der Bellen sagte,
dass er möchte, dass die Abhörung von österreichischen Zielen
durch den BND vollständig aufgeklärt wird.
Van der Bellen fordert auch, dass Deutschland aufklärt,
wie intensiv der BND österreichische Ziele abgehört hat.
Er sagte, dass solche Handlungen
das Vertrauen von 2 Ländern stark belastet.
Er sagt auch, dass das Abhören zwischen
2 befreundeten Ländern, nicht in Ordnung ist.

Bundeskanzler Kurz sagte, dass es so ein Abhören
unter befreundeten Ländern nicht geben darf.
Er sagte auch, dass man mit den deutschen Behörden
Kontakt aufgenommen hat.
Kurz sagte weiters, dass es keine Anzeichen dafür gibt,
dass das Abhören nach dem Jahr 2006 fortgesetzt wurde.