Rabeya und Rukaiya sind am Schädel zusammengewachsen.

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01/09/2019

Am Kopf zusammengewachsene Zwillinge sollen getrennt werden

2-Jahre alte siamesische Zwillinge sollen durch eine Operation getrennt werden. Die Operation findet in Ungarn statt.

von Inklusive Lehrredaktion

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Die Zwillinge Rabeya und Rukaiya sind
am Kopf zusammengewachsen.
Die Mädchen sind 2-Jahre alt und
kommen aus Bangladesch.
Bangladesch ist ein Nachbarland
von Indien, in Süd-Asien.
Die Mädchen sollen nun
voneinander getrennt werden.
Wenn Zwillinge bei der Geburt
zusammengewachsen sind,
spricht man von siamesischen Zwillingen.
Siamesische Zwillinge müssen sich meistens
lebensnotwendige Organe teilen.
Dazu gehören zum Beispiel
der Darm oder der Magen.
Dadurch ist es sehr riskant,
sie durch eine Operation zu trennen.
Siamesische Zwillinge,
die am Kopf  zusammengewachsen sind,
überleben die Geburt meistens nur sehr selten.
Rabeya und Rukaiya haben aber überlebt.
Sie können sogar gehen und sprechen.

Die Operation für die Mädchen
findet in Ungarn statt.
Ungarn ist ein Nachbarland von Österreich.
Rabeya und Rukaiya müssen nach der
Operation etwa 3 Monate in Ungarn bleiben.
20 Ärzte werden an der Operation mitarbeiten.
Die Chance dass die Zwillinge
den Eingriff überleben, ist aber sehr gering.
Da ihre Köpfe zusammengewachsen sind,
sind auch ihre Blutgefäße miteinander verbunden.
Die Mädchen sollen deswegen getrennt werden,
weil sie ständig gebeugt gehen müssen.
Außerdem können sie kaum aufrecht sitzen.

Siamesische Zwillinge kommen
ungefähr einmal unter
200 000 Lebend-Geburten vor.
Aber auch wenn sie die Geburt überleben, ist ihre
Gesundheit oft sehr schlecht.
Fast die Hälfte von allen
siamesischen Zwillingen wird tot geboren.
Ein weiterer Teil stirbt nach der Geburt.
Grund dafür ist meistens das Versagen
der Organe oder
andere körperliche Probleme.
Etwa jedes 4. Zwillings-Paar überlebt.
Ein Teil davon kann erfolgreich getrennt werden.
Die Erfolge beim Trennen
von siamesischen Zwillingen sind unterschiedlich.
Es kommt immer darauf an,
wie die Zwillinge zusammengewachsen sind.

Die Regierung von Bangladesch
bezahlt die Operation für die 2 Mädchen.
Der Gesundheits- und Familienminister
Mohammad Nasim, schenkte der Familie
und den
Ärzten Flugtickets nach Ungarn.
Es gibt bereits sehr gute Techniken
für eine erfolgreiche Trennung.
Trotzdem ist so eine Operation immer riskant
und fordert unterschiedliche Spezialisten.