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Sanierungsgipfel 2026: Allianz für die Gebäudewende setzt auf Kooperation

Gebäudewende braucht Teamwork: 36 Organisationen schmieden Allianz. Fokus auf Sanieren, Aufstocken und Umbauen statt Neubau.
Gruppenfoto von Teilnehmern des Sanierungsgipfels 2026 vor einem historischen Gebäude.

Nur gemeinsam im Team und erst durch gebündeltes Know-how, interdisziplinäre Zusammenarbeit und innovative Ansätze kann Österreich die Sanierungsquote nachhaltig erhöhen und zukunftsfähige Lösungen entwickeln. Dies ist der Leitgedanke, der als Motivation für den diesjährigen Sanierungsgipfels diente. Unter dem Motto „Kooperationen, die wirken“ haben sich auf Initiative von RENOWAVE.AT und IG Lebenszyklus Bau 36 Verbände und Organisationen Gedanken darüber gemacht, in welchen Bereichen die Transformation des Gebäudebestands gemeinsam in die Umsetzung gebracht werden kann. 

Ein zentraler Schritt dabei ist der Schulterschluss zwischen Wirtschaftskammer Wien, Landesinnung Bau, Fachverband der Immobilien- und Vermögenstreuhänder, Fachverband der Ingenieurbüros und Bundeskammer der Ziviltechniker:innen. „Beim Thema Sanieren sind sehr viele unterschiedliche Fachgruppen betroffen. Das Ziel des Sanierungsgipfels war, die diversen Kräfte zu bündeln und damit die Grundlage für abgestimmtes Handeln zwischen Planung, Ausführung und Betrieb zu schaffen“, sagt Roman Kaup von der Landesinnung Bau Wien.

Teilnehmende diskutieren in kleinen Gruppen bei einer Veranstaltung in einem modernen Raum.

Vertreter:innen aus Planung, Bau, Immobilienwirtschaft und Interessenvertretungen beim Sanierungsgipfel unter dem Motto „Kooperationen, die wirken“.

Klarer Fokus

Die Zukunft des Bauens liegt im Sanieren, Aufstocken, Umbauen und Aktivieren vorhandener Strukturen. Darin sind sich alle einig. Der Bestand in Österreich bietet dabei viel Potenzial, das genutzt werden muss. Die Bestandsoptimierung ist auch ein zentrales Thema für den Wirtschaftsstandort, von dem rund 110.000 Wiener Betriebe – und damit nahezu jedes zweite Unternehmen – direkt oder indirekt betroffen sind.

Was sich bereits im vergangenen Jahr abgezeichnet hat, wird damit konsequentweitergeführt: Kooperationen über Verbands- und Disziplingrenzen hinweg sind zur zentralen Voraussetzung geworden, um Sanierung und Bestandsoptimierung als gesamtwirtschaftliche Aufgabe voranzubringen. Entsprechend ging es beim diesjährigen Gipfel nicht mehr um Problembeschreibungen, sondern um konkrete nächste Schritte und gemeinsame Umsetzung.

„Ohne echten Schulterschluss wird die Sanierung des Gebäudebestands nicht gelingen. Zu viele Zuständigkeiten und fehlende Abstimmung bremsen die Umsetzung. Was es jetzt braucht, ist ein gemeinsames Vorgehen aller Akteur:innen, von Politik und Verwaltung bis hin zu Wirtschaft und Betrieben. Der Sanierungsgipfel hat genau diesen Schulterschluss gestärkt und konkrete nächste Schritte ermöglicht“, sagt Walter Seemann, WK Wien-Bezirksobmann und Vertreter der Landesinnung Bau Wien.

Hand hält Flyer mit der Aufschrift 'Sanierungsgipfel 2026 Kooperationen, die wirken. Status Quo der Sanierung: Kompendium der Verbände + Organisationen' vor unscharfem Publikum in einem Veranstaltungsraum.

Diskussionen, Arbeitskreise, reger Austausch: Kooperationen standen im Zentrum des diesjährigen Sanierungsgipfels.

Arbeitsgruppen

Aufbauend auf den Ergebnissen des Vorjahres wurde etwa im Bereich Finanzierung betont, dass tragfähige Modelle eine zentrale Voraussetzung für Sanierungen sind, insbesondere für Gemeinden, die künftig zusätzliche Energieeinsparverpflichtungen erfüllen müssen.

Im Zuge des Sanierungsgipfels 2026 stellte sich zudem ein verbesserter Zugang zu Energieausweis-Daten als ein wesentliches Anliegen heraus. Diskutiert wurde unter anderem eine nationale Bundes-Energieausweis-Datenbank, die einschlägige Daten strukturierter verfügbar und besser auswertbar macht. Auch bestehende Aus- und Weiterbildungsangebote – etwa von klimaaktiv – sollen stärker sichtbar gemacht, gebündelt und über die eigene Fach-Community hinaus genutzt werden. Als wesentliches Sanierungshindernis wurde die hohe Komplexität durch neun unterschiedliche Bauordnungen, unterschiedliche Förderlandschaften und vielfältige rechtliche Rahmenbedingungen identifiziert. Entsprechend groß ist der Bedarf an Harmonisierung, sowohl bei Bauvorschriften und Förderungen als auch bei angrenzenden Rechtsmaterien wie dem Mietrecht.

Mehrere Personen stehen vor einer Pinnwand mit bunten Haftnotizen, eine Person zeigt auf eine grüne Notiz.

Gemeinsam an Lösungen arbeiten: Zentrale Hebel für die Sanierung sind Finanzierung, bessere Datengrundlagen, Qualifizierung und einheitliche Rahmenbedingungen.

Der Mehrwert der Sanierungen wird gesehen, aber es braucht bessere gesetzliche Rahmenbedingungen, damit die Sanierungsoffensive gelingen kann und Sanierungen finanziell attraktiver werden.“

von Roman Kaup von der Landesinnung Bau Wien

Das Logo der Wirtschaftskammer Wien, Landesinnung Bau.
Das Logo eines Baumeister-Unternehmens mit einem roten Dach über den Buchstaben BM.