Vorsorge: Ein Sturz und alles ist anders

Unfälle werden oft verdrängt, bis etwas passiert. Die Wiener Städtische zeigt in fünf Fragen und Antworten auf, warum private Vorsorge im Alltag entscheidend ist und wo die größten Risiken liegen.
Vier Personen fahren mit Fahrrädern und Helmen auf einem Waldweg bei sonnigem Wetter.

Ein ganz normaler Samstag. Die Frühlingssonne lädt zu einem kurzen Ausflug mit dem Fahrrad ein. Die Strecke ist vertraut, das Tempo gemäßigt. Ein Moment der Unachtsamkeit, ein Schlagloch – und plötzlich liegt man auf dem Boden. Was harmlos beginnt, endet für viele im Krankenhaus.

So passieren die meisten Unfälle: unerwartet, unspektakulär, mitten im Leben und auffallend oft an einem Samstag. Ein Blick in die Analysen der Wiener Städtischen Versicherung zeigt: Über die letzten zehn Jahre betrachtet entfällt in Österreich auf keinen anderen Wochentag ein höherer Anteil an Unfällen – rund 17 Prozent ereignen sich am Samstag. Doris Wendler, Vorstandsdirektorin der Wiener Städtischen: „Wenn Arbeit endet und Freizeit beginnt, wenn Menschen unterwegs sind, Sport treiben oder Erledigungen machen, verdichtet sich das Risiko.“ Der Samstag steht damit sinnbildlich für ein unterschätztes Gefahrenpotenzial. Genau in diesem Bereich entscheidet private Vorsorge darüber, ob ein Unfall nur ein medizinisches oder auch ein finanzielles Problem wird – die wichtigsten Antworten darauf geben die folgenden fünf Fragen und Antworten.

1. Wo passieren die meisten Unfälle und warum steigt das Risiko?

Unfälle sind Alltag. 2025 wurden in Österreich laut Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) 824.400 Menschen nach einem Unfall medizinisch behandelt – mehr als 2.200 pro Tag. Rund drei Viertel davon passieren im Haushalt, in der Freizeit oder beim Sport. „Also genau dort, wo sich Menschen am sichersten fühlen“, sagt Wendler. Mit 334.500 Verletzten ist der Haushalt der gefährlichste Ort, gefolgt von Freizeit und Sport mit 280.700 Betroffenen. Arbeit und Schule (111.400 Fälle) sowie der Verkehr (97.800 Verletzte) liegen deutlich dahinter. Besonders häufig passieren Unfälle beim Radfahren – zunehmend auch mit E-Bikes, wo verhältnismäßig oft ältere Personen verunfallen –, beim Wandern, Skifahren oder bei der Nutzung von E-Scootern – alleine dabei gab es 2025 mehr als 10.000 Verletzte, ein Plus von +36 Prozent. 

Der Grund liegt im Alltag: mehr Bewegung, mehr Tempo, mehr neue Mobilität. Gleichzeitig passieren viele Unfälle bei scheinbar harmlosen Tätigkeiten. „Es ist die Kombination aus Routine, höherer Geschwindigkeit und Unachtsamkeit, die die Risiken erhöhen“, so Wendler.

2. Was deckt eigentlich die gesetzliche Unfallversicherung ab?

Die gesetzliche Unfallversicherung greift ausschließlich bei Arbeitsunfällen sowie auf dem Weg dorthin und retour. Kinder sind erst mit dem letzten, verpflichtenden Kindergartenjahr oder ab Schulbeginn gesetzlich unfallversichert – und das ebenfalls nur vor Ort bzw. am Weg dorthin und nach Hause. Bei Freizeitunfällen wird man in Österreich zwar medizinisch akut versorgt, aber darüber hinausgehende finanzielle Leistungen sind nicht vorgesehen. Wer sich beim Radfahren, Wandern oder im eigenen Zuhause verletzt, kann bei bleibenden Schäden nicht mit Leistungen aus der gesetzlichen Unfallversicherung rechnen und hat insbesondere auch keinen Anspruch auf eine Versehrtenrente.

3. Warum ist Invalidität ein so großes finanzielles Risiko?

Ein Unfall ist mit der Entlassung aus dem Krankenhaus oft nicht vorbei. Führt er zu dauerhafter Invalidität, entwickelt sich aus einem medizinischen Vorfall rasch eine langfristige finanzielle Belastung. Rund 29.800 Menschen zählen jedes Jahr zu den Schwerstverletzten. Betroffene können ihren Beruf oft nicht mehr oder nur eingeschränkt ausüben, Einkommen bricht weg, während die Ausgaben steigen. Notwendig werden etwa barrierefreie Umbauten im Haus oder in der Wohnung, ein behindertengerechter Pkw, laufende Pflege sowie zusätzliche Therapien und Rehabilitationsmaßnahmen. Diese Kosten fallen nicht einmalig an, sondern begleiten viele oft auch ein Leben lang. Ohne private Vorsorge fehlt in genau dieser Situation der rasch verfügbare finanzielle Rückhalt. 

„Invalidität ist kein abstrakter Begriff, sie kann jeden treffen. Und nur die finanziellen Leistungen durch eine private Unfallversicherung entscheiden letztlich darüber, wie selbstbestimmt jemand sein Leben weiterführen kann“, erklärt Wendler.

4. Für wen ist Vorsorge besonders wichtig?

Das Risiko betrifft alle Altersgruppen. Kinder sind außerhalb von Schule oder Kindergarten kaum abgesichert. Berufstätige verlieren bei schweren Verletzungen schnell ihre Einkommensbasis. Bei Menschen über 65 Jahren wurden zuletzt mehr als 266.000 Verletzte registriert, oft durch Stürze im eigenen Zuhause. Gleichzeitig zeigt sich: „Nur etwa jede zweite Person in Österreich hat eine private Unfallversicherung abgeschlossen. Viele unterschätzen das Risiko oder glauben, ihnen passiert nichts. Statistisch gesehen hält diese Einschätzung jedoch oft nicht stand“, sagt Wendler.

5. Wie kann man sich vernünftig absichern?

Eine konkrete Lösung bietet die Wiener Städtische mit ihrer Unfallvorsorge „sorgenfreier.unfallschutz“. Der Einstieg ist bereits ab rund 15 Euro monatlich für Einzelpersonen möglich, Familientarife mit vernünftiger Absicherung starten bei etwa 35 Euro – dabei sind alle Kinder automatisch mitversichert, unabhängig ihrer Anzahl. Neben klassischen Leistungen wie Invaliditäts- und Todesfallabsicherung umfasst das Paket auch Therapie-, Bergungs- und Rückholkosten, Notfalltransporte sowie Assistance-Services. Gerade hier liegt eine oft unterschätzte Lücke: Kosten für Hubschrauberbergungen, Pistendienste oder Bergrettungseinsätze werden von der Krankenkasse nämlich nicht übernommen und können pro Einsatz rasch rund 5.000 Euro oder mehr betragen. 

„Ein Unfall kann das Leben grundlegend verändern. Umso wichtiger ist es, sich rechtzeitig umfassend abzusichern – und zwar sich selbst und die Familie“, so die Versicherungsexpertin. Eine private Unfallversicherung setzt dort an, wo die gesetzliche Absicherung endet. Sie sorgt dafür, dass im Ernstfall rasch medizinisch geholfen wird und Betroffene – im Falle einer bleibenden Invalidität – dank einer Unfallrente handlungsfähig bleiben und damit langfristig ihre Lebensqualität sichern können.